Schimmelarten Teil 10: Schimmelarten und ihre Gifte
Mehr als 100 Schimmelarten haben Wissenschaftler identifiziert. Einige von ihnen lassen sich auch im häuslichen Umfeld nieder, wenn die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Der Haken: Schimmel im Haus oder in der Wohnung ist immer ein Problem, denn er greift nicht nur Material an sondern auch die Gesundheit des Menschen. Hier jetzt der 10. und letzte Teil unserer Serie „Schimmelarten und ihre Gifte”.
Schimmelarten: Geotrichum candidum und Penicillium brevicompactum
Nein, diese beiden Schimmelarten haben auf den ersten Blick keine Bezugspunkte. Auf den zweiten Blick aber entpuppen auch sie sich als durchaus gefährlich für den Menschen. Fangen wir bei den Geotrichum candidum an: Diese Pilze sind als Milchschimmel bekannt und gelten zudem als Erreger für die Geotrichose. Das ist eine Entzündung durch ein Schimmelpilzgift, eine Mykose, die Bronchien, Mundschleimhaut und die Haut befallen kann. Diese hefeähnlichen Schimmelpilze fühlen sich ganz besonders auf sauren Lebensmitteln wohl, also Sauerkraut, Butter, Käse und Buttermilch (auch Sauermilch). Alternativ lassen sie sich auch im Abwasser und im Erdboden nachweisen.

Photo: iStockphoto.com/pixelprof
Schimmelart: Penicillium brevicompactum
Diese Gattung gehört ebenfalls zu den Schimmelpilzen und liebt ein warmes wie feuchtes Umfeld. Ganz besonders gut geht es diesen Schimmelpilzen auf Obst, wie Zitrusfrüchten, Pfirsichen und Äpfeln. Gern gedeihen sie auch auf Brot, Fruchtsaft, Marmelade und sogar Käse. Aber: Man findet die Schimmelpilze Penicillium brevicompactum auch in Badezimmern, genau dort, wo die Feuchtigkeit vorprogrammiert ist, und zwar auf Wasserrohren, auf Fensterbänken, Gummidichtungen und im sonstigen häuslichen Umfeld unter anderem auf Matratzen und Polstermöbeln.
Penicillium brevicompactum entwickelt ein Mykotoxin, das beim Menschen allergische Reaktionen hervorrufen kann, zum Beispiel:
- Nesselfieber
- Asthma
- Fließschnupfen
- Husten
Hinweis: Sporen von Schimmelpilzen können auch im abgestorbenen Zustand noch gefährlich für das menschliche Immunsystem werden. Sie haben nach wie vor Allergie auslösende Eigenschaften. Bedenken Sie bitte, dass Schimmelpilze ein natürlicher Bestandteil des Lebenskreislaufes sind. Der Mensch ist ihren Sporen nahezu ständig ausgesetzt. Wird diese Konzentration im häuslichen Umfeld allerdings zu hoch oder der Kontakt zu intensiv, kann es zu entsprechenden Reaktionen kommen. Damit Sporen sich im häuslichen Umfeld niederlassen und wohlfühlen, brauchen sie die entsprechende Grundlage. Das kann zum Beispiel, wie in vielen Ratgebern bereits beschrieben, Feuchtigkeit sein, die im Mauerwerk aufsteigt und im Hausinnern über die Wandoberfläche austritt.
Sollten Sie Schimmel im Wohnumfeld finden und im Umgang mit der Problematik unsicher sein, ziehen Sie im Zweifel einen Experten zu Rate.
Achtung: Das Immunsystem kleiner Kinder und älterer Menschen ist in der Regel schwächer als das eines gesunden Erwachsenen. Neben der Gruppe der bereits sensibilisierten und chronisch kranken Menschen sind sie ebenfalls gefährdet, wenn man von potentiellen gesundheitlichen Folgen aufgrund des Kontaktes mit Schimmelpilzen und ihren Giften spricht.
Weitere nützliche Ratgeber zu Schimmelarten:
- Schimmelarten Teil 1
- Schimmelarten Teil 2
- Schimmelarten Teil 3
- Schimmelarten Teil 4
- Schimmelarten Teil 5
- Schimmelarten Teil 6
- Schimmelarten Teil 7
- Schimmelarten Teil 8
- Schimmelarten Teil 9
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