Schimmel in der Küche: Schimmel bevorzugt Kunststoff
Das gute Holzbrettchen in der Küche kennt keinen Schimmel. Falsch. Es ist lediglich weniger anfällig für den Befall durch Schimmel und andere Bakterien. Lesen Sie nun unseren Ratgeber „Schimmel bevorzugt Kunststoff”. Mit den folgenden Zeilen nehmen wir zu einem Leserkommentar Stellung, der dieses Thema anspricht.
Schimmel auf Holzbrettchen?
Wo begegnet Ihnen Schimmel im Wohnumfeld? Diese Frage haben wir gestellt, recherchiert und die Antworten aufgeschrieben. Eine lautete:
„Schneidebrettchen: Sie sind so richtig in Mode, diese Holzbrettchen, auf denen man Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Brot schneidet. Der Haken: Sie können noch so gründlich reinigen. Es bleiben Rückstände haften. Schimmel droht.”
Der Kommentar des Lesers dazu: „In Ihrem Beitrag “Schimmel - Wo kommt er im Wohnumfeld vor? Teil 3″ raten Sie dazu, in der Küche statt Holzschneidebrettchen andere zu nehmen. Dies entspricht zwar der landläufigen Meinung, da Holz viele Poren hat, ist aber falsch. Eine genaue Untersuchung vor vielen Jahren zeigte nämlich, dass gerade Holzbrettchen nach einiger Zeit nach der Abtrocknung am wenigsten Mikroorganismen an der Oberfläche aufweisen. Dies ist durch die große Oberfläche begründet, die - wie ich vermute - ähnlich wirkt wie bei den bekannten Edelstahlreinigungsstücken (”Seifen”).”
Wir danken dem aufmerksamen Leser und haben erneut recherchiert. Lesen Sie die Ergebnisse dazu:
Holz wirkt antibakteriell
Schimmel auf Holzbrettchen? In verschiedenen wissenschaftlichen und ratgebenden Beträgen findet sich die Aussage, dass gerade die tiefen Furchen, die durch das Schneiden von Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln mit scharfen Messern auf Holzbrettchen, für Bakterien und Schimmel ideal sind. Auch wir haben darüber geschrieben, allerdings nicht von der Nutzung der Holzbrettchen abgeraten. Zwei Microbiologen vom Institut für Lebensmittelforschung an der Universität in Wisconsin (USA) haben mit einem Versuch die antibakterielle Wirkung von Holz bewiesen. Sie bestrichen sowohl ein Holzbrettchen als auch ein Plastikbrettchen mit rund 10.000 Bakterienzellen. Drei Minuten später waren gut 99,9 Prozent der Bakterien vom Brettchen aus naturbelassenem Holz verschwunden. Auf dem Kunststoffbrettchen haben sie sich dagegen vermehrt. Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt in Braunschweig bestätigen die antibakterielle Wirkung von Holz, insbesondere der heimischen Arten Kiefer, Lärche, Buche, Ahorn, Eiche, Fichte und Pappel. Allerdings heißt es, dass die Überlebensfähigkeit von Bakterien auf Kunststoff größer ist als auf Holz.
Fazit
Holz wirkt antibakteriell, kann Schimmel aber nicht gänzlich und in jedem Fall verhindern, vor allen Dingen dann nicht, wenn das Holz keine Chance hat, richtig abzutrocknen. Und: Es ist in der Regel nicht das Holz, das dem Schimmel den Nährboden bietet.
Es ist in der Regel nicht das Holz, das dem Schimmel den Nährboden bietet.
Es sind Überreste von Lebensmitteln, die sich in den „Furchen” und aufgrund der Faserigkeit naturbelassenen Holzes festsetzen können.
Hinweis: Reinigen Sie Holzbrettchen regelmäßig und lassen Sie sie richtig abtrocknen. Dann haben Schimmel und Bakterien keine Chance. Vielen Dank an unseren Leser, der uns zu noch gründlicherer Recherche veranlasst hat.
Übrigens: Die Wissenschaftler konnten bislang nicht klären, warum Holz diese antibakteriellen Eigenschaften entwickelt oder mitbringt. Besonders spannend: In Teilen Asiens und Afrikas werden Zahnhölzer anstelle der bei uns üblichen Zahnbürste für die Mundhygiene verwendet. Die Menschen zerkauen ein Ende der Hölzer und massieren mit den Fasern ihr Zahnfleisch. So töten sie Bakterien ab. Auch das ist inzwischen wissenschaftlich überprüft und erwiesen.
Weitere nützliche Ratgeber zu Schimmel:
- Schimmel - Wo kommt er im Wohnumfeld vor? Teil 1
- Schimmel - Wo kommt er im Wohnumfeld vor? Teil 2
- Schimmel - Wo kommt er im Wohnumfeld vor? Teil 3
- Schimmel - Wo kommt er im Wohnumfeld vor? Teil 4
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