Schadstoffe aus Bodenbelägen – Teil 5: Kunstfaserteppiche
Kunstfaserteppiche verfügen über die verschiedensten Eigenschaften, die sie enorm robust und belastbar machen. Damit sie diese speziellen Eigenschaften voll ausspielen können, werden die Böden mit diversen chemischen Substanzen behandelt. Lesen Sie jetzt Teil 5 unserer Serie „Schadstoffe aus Bodenbelägen“.
Kunstfaserteppiche: Der Name ist Programm
Kunstfaserteppiche oder auch Nadelfilzteppiche bestehen vornehmlich aus Polyamid, Polyacryl oder Polyproylen. Der Name ist also Programm: Kunstfaserteppiche haben nichts Natürliches an sich. Sie können auf verschiedenen Wegen hergestellt werden.
Das Tuftingverfahren
Hier wird das synthetische Garn in ein Trägergewebe „eingenadelt“. Teppiche, die nach dieser Methode hergestellt worden sind, bringen vier Schichten: die Nutzschicht, das Träger- oder Verbundgewebe, den Voranstrich aus Kunststoffdispersion und eine Rückenschicht. Zerschneidet man die Schlingen des sogenannten Florgarns, entsteht der Velourteppich.
Das Nadelvliesverfahren
Bei diesem Verfahren werden die watteartig übereinanderliegenden Faservliesbahnen miteinander verfilzt. An den Faserberührungspunkten werden sie mit dem Untergrund verschmelzt oder mit einem Kunstharzbindemittel befestigt.
Das Webverfahren
Träger- und Nutzschicht werden maschinell miteinander verwebt.
Nicht diffusionsoffen
Kunstfaserteppiche hinterlassen beim Nutzer oft ein warmes wohliges Fußgefühl. Das liegt daran, dass sie eine sehr geringe bis keine Wärmeleitfähigkeit besitzen. Das heißt: Sie reflektieren Wärme, was den Effekt der warmen Oberfläche begünstigt. Allerdings nehmen Kunstfaserteppiche keine Feuchtigkeit auf, regulieren also auch nicht die Raumluftfeuchtigkeit. Für Hausbesitzer und Bauherren, die unter ihrem Teppich eine Fußbodenheizung verlegen wollen, gilt: Achten Sie auf den Wärmedurchlasswiderstand des Teppichbodens. Der sollte bei 0,17 Km2/w liegen.
Schadstoffe in Kunstfaserteppichen
Leider sind Kunstfaserteppiche nicht immer gänzlich frei von Schadstoffen.
Leider sind Kunstfaserteppiche nicht immer gänzlich frei von Schadstoffen. In Räumen, die mit diesen Teppichböden ausgelegt worden sind, haben Wissenschaftler sowohl flüchtige organische Substanzen, wie Aromate (Alkane und Alkene) als auch schwer flüchtige Substanzen festgestellt. Letztere sind riechbar.
Wer Kunstfaserteppiche zerschneiden und verkleben will, muss mit chemischen Wechselwirkungen rechnen. Sowohl der Kleber als auch die Trägerschichten der Teppiche enthalten eine Vielzahl von Stoffen, deren gegenseitige Reaktion nicht vorhersehbar ist.
Und diese Schadstoffe können in Kunstfaserteppichen vorkommen:
- Flammschutzmittel
- Weichmacher
- VDC (flüchtige Verbindungen)
Wichtiger Hinweis: Unsere Ratgeber hegen nicht den Anspruch der erschöpfenden Vollständigkeit. Auch verstehen sie sich nicht als ratgebende Texte im rechtlichen Sinne. Für falsch verstandene, aus dem Zusammenhang gerissene und falsch genutzte Informationen dieser Ratgeber und die eventuell draus entstandenen Schäden wird keine Haftung übernommen. Für tiefergreifende Informationen befragen Sie bitte immer die entsprechenden Experten der jeweiligen Fachgebiete.
Weitere Ratgeber:
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 1 – Linoleum
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 2 – PVC
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 3 – Kork
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 5 – Von Wolle bis Jute
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 6 – Fliesen und Steinböden (folgt)
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 7 – Laminat, Holzböden (folgt)
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