Schadstoffe aus Bodenbelägen – Teil 1: Linoleum
Wer im Wohnumfeld Schadstoffen ausgesetzt ist, reagiert mitunter allergisch darauf. Solche Symptome gehören dabei noch zu den harmloseren. Schuld sind oft Substanzen, die aus Möbeln und Bodenbelägen ausdünsten. Hier nun Teil 1 unserer Serie “Schadstoffe aus Bodenbelägen“. Fühlen wir dem Linoleum näher auf den Zahn.
Linoleum – ökologisch sinnvoll
Linoleum wird gerne mit PVC verwechselt. Diese beiden Stoffe haben in Wirklichkeit nichts miteinander zu tun. Linoleum besteht vorrangig aus nachwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Sojaöl und Naturharz. Es ist daher frei von chlorhaltigen Verbindungen. Zur Herstellung wird dem sogenannten Linoleumzement Kreide, Holz, Korkmehl und Pigment beigemischt. Diese Masse kommt schließlich auf einen Juterücken und muss danach gut drei Wochen reifen, wie es die Experten nennen. Erst nach dieser Zeit entspricht das Linoleum seinen mechanischen Anforderungen.
Nach der Reife ist Linoleum noch unbehandelt und wird gewachst. Abhängig vom verwendeten Wachs kann die Raumluft mit sogenannten Terpenen belastet sein. Unbehandeltes Linoleum neigt zur Schadstoffanreicherung. Fachleute nennen das den Schwammeffekt. Flüchtige organische Verbindungen gelangen später wieder langsam an die Raumluft.

Photo: iStockphoto.com/sshepard
Linoleum kann riechen
Die Diffusionseigenschaften des Linoleum sorgen für ein gutes Raumklima, denn der Bodenbelag wirkt nicht wie eine Dampfsperre und hält Feuchtigkeit nicht fest. Aber: Linoleum kann sehr unangenehm und intensiv riechen. Schuld sind Bestandteile des Leinöls. Sie werden abgebaut, oxidieren und gehen chemische Verbindungen ein. Daraus entstehen Stoffe wie Hexanal. Der Haken: Nicht nur neue Beläge fallen durch diese Geruchsbelästigung auf. Im Ernstfall bleibt nur der Austausch des Belages.
Fazit: Grundsätzlich ist Linoleum nicht gefährlich
Linoleum ist vom Grundsatz her ein gesunder und ökologisch einwandfreier Bodenbelag. Besonders für enorm empfindliche und sensibilisierte Menschen eignet sich das behandelte Linoleum, denn das ist mit Kunstharz überzogen. Auch für Allergiker ist Linoleum oft eine verträgliche Alternative zum Teppich.
Weitere Ratgeber:
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 2 – PVC (folgt)
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 3 – Kork (folgt)
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 4 – Von Wolle bis Jute (folgt)
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 5 – Kunstfaserteppiche (folgt)
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 6 – Fliesen und Steinböden (folgt)
- Schadstoffe aus Bodenbelägen, Teil 7 – Laminat, Holzböden (folgt)
Gratis Abonnement
Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, warum abonnieren Sie dann nicht Hausbau-Ratgeber.de gratis? Sobald ein neuer Beitrag zum Thema veröffentlicht wird, erhalten Sie ihn als Erstes! Erfahren Sie mehr über unsere unverbindlichen und kostenlosen Abonnements oder abonnieren Sie gleich hier kostenlos unserenNewsletter mit Ratgebertipps
Sie können sich jederzeit wieder abmelden und Ihre E-Mailadresse wird nicht weitergegeben!
Um diesen Beitrag zu speichern, können Sie auch ein Lesezeichen hinzufügen bei:





