Krank durch Schimmel: Infektionen, Allergien, Entzündungen
Schimmel im Wohnbereich verursacht Krankheiten. Das ist bewiesen. Experten unterscheiden hier zwischen Infektionen, allergischen Reaktionen und Entzündungen. Nicht immer lassen sich die Krankheiten so exakt einer Kategorie zuordnen. Die Vermutung einer Mischform liegt aber nahe. Lesen Sie, was Schimmel bewirken kann.
Die Infektion durch Schimmel
Eine Infektion durch Schimmel trifft in der Regel Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Denn normalerweise werden Infektionen von Viren und Bakterien ausgelöst, die in den menschlichen Organismus eindringen, sich dort vermehren und Körperfunktionen schädigen. Unter den Schimmelpilzen gehören die Gattungen Aspergillus und Mucor als infektiös, sprich auslösend. Die Sporen des Schimmels befallen oft die Bronchien von Asthmatikern und Allergikern (Atopikern). Der Grund ist eine krankheitsbedingte Schleimpfropfbildung, eine Ansammlung zähen Sekrets – eine Folge eingeschränkter Lungenfunktion und reduzierten Volumens. Eingeatmete Schimmelsporen keimen hier besonders gut aus und bilden ein Pilzgeflecht, das Myzel. Es lebt in den Segmentbronchien und dringt nicht in die Zellen ein. Aber: Durch das Myzel werden ständig allergieauslösende Substanzen freigesetzt, auf die eine Antikörperreaktion folgt, eine Entzündung. So wird das Gewebe zerstört und neuer Nährboden für den Schimmel geschaffen.

Schimmel verursacht Allergien und macht krank
Foto: Care_SMC
Allergie durch Schimmel
Eine mögliche Folge einer Belastung durch Schimmelsporen sind allergische Reaktionen. Experten unterscheiden: Typ-1-Allergie bis Typ-4-Allergie. Eine Sensibilisierung, sprich ein Aufbau der Empfindlichkeit gegenüber Schimmelpilzen findet sowohl bei kurzzeitigem Kontakt mit einer hohen Sporenkonzentration als auch bei längerem Kontakt mit einer vergleichsweise niedrigen Sporenkonzentration. Bereits sensibilisierte Menschen reagieren bereits bei 100 Sporen pro Kubikmeter Raumluft. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Belastung liegt fast immer jenseits der 1.000 pro Kubikmeter Raumluft.
Nützlicher Ratgeber dazu:
- Schimmel löst Allergien aus.
Entzündungen: Schleimhautreizungen und ODTS
Nach mehrwöchiger Belastung mit geringer Schimmelpilzkonzentration kann sich eine Schleimhautreizung entwickeln. Das sind Entzündungen der Augen und oberen Atemwege, durchaus schmerzhaft. Deutlich schlimmer aber und sehr viel schneller tritt das Krankheitsbild des ODTS, das Organic Dust Toxic Syndrom, auf. Bereits wenige Stunden nach dem Kontakt mit Schimmelpilzen – sehr hohe Konzentration – machen sich grippeartige Symptome, wie Fieber, Schüttelfrost, Husten, Atemnot und so weiter, bemerkbar. Auslöser sind zum Beispiel Pilzgifte, sogenannte Mycotoxine. Sie wirken auf das Immunsystem ein und belasten die Atmungsorgane.
Weiterer Ratgeber dazu:
- Schimmel, Gifte und Krankheiten.
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