Kein Schimmel mit Lüftungsanlage
Beim Atmen, Kochen, Duschen entsteht viel Feuchtigkeit, die aus den Wohnräumen geleitet werden muss. Geschieht das nicht, kondensiert die Feuchtigkeit an kalten Wänden. Das Raumklima verschlechtert sich, und Schimmel wächst. Eine Lüftungsanlage macht das notwendige Lüften überflüssig.
Das Lüften von Wohnräumen ist wichtiger, als viele denken – besonders bei luftdichten Gebäudehüllen. Es reicht keineswegs, einmal am Tag für zehn Sekunden ein Fenstern zu öffnen, oder Fenster permanent auf Kippstellung zu lassen. Wer Schimmel vermeiden will, muss zwei- bis dreimal am Tag lüften – und zwar jeweils 5 bis 10 Minuten in der kalten Jahreszeit und 15 bis 30 Minuten in der warmen Jahreszeit.
Der Haken: Bei jedem Lüften geht Heizwärme verloren. Dagegen hilft nur eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie führt verbrauchte und feuchte Luft nach außen und bringt Frischluft ins Haus. Die Vorteile: Die Fenster bleiben geschlossen, Blumenvasen müssen nicht ständig weggeräumt werden. Staub und Pollen gelangen nicht in die Wohnräume – das schützt Allergiker und Asthmatiker. Selbst bei längerer Abwesenheit wird die Luft nicht stickig.

Photo: iStockphoto.com/RosetteJordaan
Funktionsweise
Stromverbrauch von Lüftungsanlagen ähnlich einer Glühbirne
Die Voraussetzung für eine kontrollierte Be- und Entlüftung ist eine luftdichte Gebäudehülle – nur dort kann sie einwandfrei funktionieren. Ein Blower-Door-Test zeigt am besten, wo die Schwachstellen des Hauses liegen.
Die Zuluft kann über einen Erdwärmetauscher vorgewärmt werden. Ein Erdwärmetauscher ist ein Kunststoffrohr, das in einer Tiefe von mindestens einem Meter liegt. Der Tauscher nutzt die unter der Erdoberfläche vorhandene Wärme und wärmt Frischluft zum Beispiel von minus zehn Grad auf plus zwei Grad. Im Sommer dreht sich das Prinzip um: Dann kühlt der Erdwärmetauscher die warme Frischluft.
Auf jeden Fall sollte die Anlage eine Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung haben. Die Abluft wird dabei durch einen Wärmetauscher geleitet, der ihr einen Großteil ihrer Wärme entzieht und an die einströmende Frischluft abgibt.
Das Lüftungsgerät steht in der Regel im Keller, auf dem Dachboden oder im Hauswirtschaftsraum. Die Anlage sollte aber von einem zentralen Ort aus regelbar sein. Zuluft strömt meistens über Schlafzimmer, Wohnzimmer und Arbeitszimmer ins Haus, Abluft entweicht über Küche und Bad. Weil die Lüftungsanlage die Räume kontinuierlich mit Frischluft versorgt, zieht die Luft sehr langsam und wird nicht durch Zug wahrgenommen. Schalldämpfer isolieren die Geräusche der Ventilatoren weitestgehend. Der Stromverbrauch übersteigt bei guten Lüftungsanlagen kaum den Bedarf einer Glühbirne.
Energie und Kosten sparen
Je nach Haustyp können mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung bis zu 50 Prozent der Heizkosten gespart werden. Bei Passivhäusern sind Lüftungsanlagen ein Muss. Aber auch Niedrigenergiehäuser sollten nicht auf die Lüftung verzichten – wer Energie sparen will, sollte es richtig tun. Die Kosten für die Anlage amortisieren sich im Schnitt nach spätestens zehn Jahren.
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