Atmen Sie auch Gifte ein?
- Schimmelarten Teil 9: Schimmelarten und ihre Gifte
- Schimmelarten Teil 2: Schimmelarten und ihre Gifte
- Schimmelarten Teil 3: Schimmelarten und ihre Gifte
Gift, Milben, Raumluft, Schimmel
Seit Jahrzehnte ist es bekannt: Über die Raumluft atmen wir Menschen diverse Gifte, milder ausgedrückt Schadstoffe, ein. Das kann unser Immunsystem auf Dauer aus dem Gleichgewicht bringen. Wissen Sie, welchen Giften Sie täglich ausgesetzt sind?
80 bis 90 Prozent unserer Zeit verbringen wir inzwischen in geschlossenen Räumen. Angesichts dieser Zahl ist die Frage nach der Schadstoffbelastung innerhalb unserer Häuser und Wohnungen durchaus berechtigt. Wussten Sie zum Beispiel, dass alte Möbel noch 40 Jahre nach ihrer Fertigstellung ausdünsten können? Oder hätten Sie gewusst, dass sogenannte schwerflüchtige organische Verbindungen nichts anderes als Lösungsmittel sind, die nur nicht als solche deklariert werden müssen. Sie dünsten übrigens bis zu zwei Jahre lang aus. Diese organischen Verbindungen werden nach wie vor unter Farben gemischt. Wir haben ein paar gängige Wohnraumschadstoffe – Gifte, ihre Quelle und ihre mögliche Wirkung auf den Menschen aufgeschrieben.
Holzschutzmittel
Was für Holz gut sein soll, findet vielfältige Anwendung. Holzschutzmittel kommen auch in Textilien, in Schädlingsbekämpfungsmitteln und in sogenannten Elektroverdampfern (gegen Mücken) vor. Holzschutzmittel gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie greifen das zentrale Nervensystem des Menschen an. PCP schädigt außerdem die Leber.

Photo: iStockphoto.com/glennebo
Formaldehyd
Dieser Stoff darf eigentlich nicht mehr genutzt werden. Er gilt als potentieller Krebserreger. Doch was verboten ist, verschwindet nicht auf der Stelle aus unseren Häusern und Wohnungen. Formaldehyd kommt in Spanplatten, Lacken, Klebern und im Tabakrauch vor. Spanplatten wurden und werden zum Beispiel für den Trockenbau oder für Möbel verwendet. In neueren Produkten sollte der Schadstoff nicht mehr zu finden sein. Trotzdem: Formaldehyd kann 40 Jahre lang ausdünsten. Wir Menschen können mit Schleimhautreizungen (Augen und Nase) reagieren.
Asbest
Einer der gefährlichsten Stoffe, die jemals im Lebensraum der Menschen eingesetzt worden sind. Asbest ist für Lungenkrebs verantwortlich. Zu finden war und ist dieser Stoff in Brandschutzmaterialien, PVC-Böden und Nachtspeicheröfen. Achtung: Asbest verliert auch nach vielen Jahren nichts von seiner Gefährlichkeit.
Lösemittel
Lösungsmittel können das zentrale Nervensystem angreifen
Lösemittel, auch Lösungsmittel genannt, kommen in Farben, Lacken und Klebern vor. In den meisten Fällen kann man sie riechen. Doch nicht alle diese Lösemittel müssen als solche deklariert werden. Schwerflüchtige Organische Verbindungen sind eigentlich nichts anderes, lassen sich aber nicht riechen und gelten nicht als Lösungsmittel. Ihre Wirkung auf den Menschen ist vergleichbar. Lösungsmittel können das zentrale Nervensystem angreifen, verursachen bei direktem Einatmen Kopfschmerzen und Übelkeit.
Milben
Milben sind mikroskopisch kleine Schädlinge, die in allen Lebensbereichen des Menschen vorkommen, ganz besonders dort, wo Staub entsteht oder in Teppichen. Sie können Allergien auslösen. Sehr bekannt ist zum Beispiel die Hausstauballergie. Dabei reagieren die Betroffenen nicht auf den Staub selber, sondern auf die Milben im Staub.
Schimmel (Sporen und Gifte)
Wenn Sie unseren Ratgeber aufmerksam verfolgen, finden Sie einige Beiträge zu diesem Thema. Schimmel entsteht zum Beispiel an feuchten Wänden und an Kältebrücken, dort, wo kaum ein Luftaustausch stattfindet. Er vermehrt sich über mikroskopisch kleine Sporen. Einige Schimmelarten sind für den Menschen gefährlich. Mögliche Folgen sind Allergien, Infektionen und Reaktionen auf Schimmelgifte, die Mykotoxine. Sie schädigen das vegetative Nervensystem. Vorsicht: Auch abgestorbene Schimmelsporen behalten ihre Gefährlichkeit bei.
Unser Tipp: Wenn Sie Schadstoffe in Ihrem Wohn- oder Arbeitsumfeld vermuten, sollten Sie eine sogenannte Schadstoffanalyse veranlassen. Ein guter Indikator ist zum Beispiel der Hausstaub. An ihm lagern sich freigesetzte chemische Wirkstoffe ab.
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