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Tapezieren kann so einfach sein

Geschrieben von Phil Montag, 2 November 2009 Ihre Lesermeinung

Beim Tapezieren hört für manche der Spaß auf: die Bahnen zu lang, der Kleber zu klebrig, Fenster und Türen ständig im Weg. Dabei geht es auch einfach, man muss nur wissen wie. Außerdem braucht man die richtige Tapete, und der Untergrund muss ordentlich vorbereitet sein.

Vliestapeten

Seit einigen Jahren bietet der Handel in großer Fülle Vliestapeten an, die einen ganz entscheidenden Vorteil haben: Der Kleister wird mit einer Malerrolle direkt auf die Wand aufgetragen, nicht auf die Bahn wie bei herkömmlichen Papier- und Raufasertapeten. Dadurch geht das Tapezieren schneller, weil man die Tapete nicht erst einweichen lässt, sondern sofort anfangen kann. Je nach Art und Qualität der Tapete sind mehr oder weniger große Korrekturen möglich, wenn die Tapete an der Wand ist. Damit die Tapete richtig haftet und keine Blasen bildet, streicht man mit einer Andrückrolle darüber.

tapete-tapezieren

Photo: iStockphoto.com/stevecoleccs

Papier- und Raufasertapeten

Herausquellender Kleister muss sofort entfernt werden

Es gibt Spezialkleister für bestimmte Tapeten, zum Beispiel für Raufasern oder Prägetapeten. Grundsätzlich gilt: Je leichter die Tapete ist, umso dünner setzt man den Kleber an. Dicke, schwere Tapeten brauchen auch dicker angesetzten Kleister. Beim Anrühren des Kleisters muss man darauf achten, dass keine Klumpen entstehen, sondern dass sich das Pulver komplett im Wasser auflöst. Je nach Fabrikat ist der Kleister in der Regel nach einer halben Stunde einsatzbereit. Während der Kleister eindickt, kann man die Bahnen zurechtschneiden. Es empfiehlt sich, jeweils fünf bis zehn Zentimeter Länge zuzugeben.
Wenn der Kleister gebrauchsfertig ist, trägt man ihn gleichmäßig und nicht zu knapp auf die Rückseite der Tapetenbahn auf. Nun kommt die Bahn aber noch nicht an die Wand, sondern man legt sie zum Einweichen etwa eine Viertelstunde zusammen – die eine Seite zu 2/3 und die andere zu 1/3. Es ist wichtig, nie zu viele Bahnen vorzukleistern, damit die Einweichzeit gleichlang bleibt.
Wenn die ersten Bahnen ausreichend eingeweicht sind, beginnt man immer an der Lichtseite, also am Fenster, mit dem Ankleben und arbeitet dann vom Fenster weg. Das ist wichtig, weil so die Ansatzkanten unsichtbar bleiben. Damit die Bahnen wirklich senkrecht verlaufen, ist es sinnvoll, die erste Bahn mit einem Lot auszurichten. Man nimmt also die erste eingekleisterte Bahn, faltet sie an dem kürzer gefalteten Ende auseinander, setzt sie mit einem Überstand von etwa drei Zentimetern an der Decke an und richtet sie am Lot aus.
Sobald die Bahn richtig sitzt, streicht man sie mit einer Tapetenbürste glatt. Dann kann man das untere Ende der Bahn auffalten, andrücken und glattstreichen. Weiter geht’s mit der nächsten Bahn. Sie sollte am Ansatz leicht über die erste Bahn lappen. Die Ränder drückt man anschließend mit einem Nahtroller an. Herausquellender Kleister muss sofort entfernt werden.
Die überstehende Tapete an der Decke lässt sich mit Hilfe einer Kantenschneidemaschine problemlos und exakt abschneiden. Überstände an Türen und Fenstern drückt man am besten mit einem Spachtel an die Kante und schneidet sie mit einem Cutter ab.

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