Schimmelbefall durch Gipsreparatur?
Gipsputze und Spachtelmasse stehen unter Generalverdacht. Sie sollen eine ideale Nahrungsgrundlage für Schimmelpilze sein. Dabei lassen sich mit Putz ganz stilvolle Oberflächen schaffen. Und Spachtelmasse nimmt man gern für kleiner Reparaturen an den Wänden. Können Gipsputz und Spachtel für Schimmelbefall tatsächlich verantwortlich sein?
Gips ist kein organischer Stoff.
Schimmel braucht organische Substanzen und ausreichend Feuchtigkeit, um zu gedeihen. Zu organischen Substanzen gehören zum Beispiel Tapeten, Kleister, Dispersionsfarben und so weiter. Gipsputz in reiner Form für Hand- und Maschinenputz gehört dagegen nicht in diese Gruppe. Das ist ein wesentlicher Grund, warum dieser Putz in der Regel für Innenwände verwändet wird. Gips nimmt bereitwillig große Mengen an Feuchtigkeit auf und kann sie dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Fazit: Gipsputz ist zur Vermeidung von Schimmel geeignet.
Aber: Wird Gipsputz gestrichen, mit Kleister und Tapeten verdeckt, kann er seine positiven Eigenschaften nicht mehr ausspielen. Farben, Kleister und Tapeten wirken wie eine dichte Beschichtung, die eine Feuchtigkeitsaufnahme und ein Abtrocknen nicht mehr zulässt. Obendrein kommen so organische Substanzen auf den Putz. Das heißt: Schimmelsporen wird Nahrung angeboten.

Photo: iStockphoto.com/catscandotcom
Unser Tipp:
Gipsputz ist zur Vermeidung von Schimmel zwar geeignet. Allerdings ist ein Kalkputz noch besser. Denn der ist nicht nur anorganischer Natur (wie auch Gipsputz). Er wirkt über einen begrenzten Zeitraum nach dem Auftragen außerdem alkalisch. Das heißt: Schimmelsporen haben keine Chance. Um diesen Schimmelschutz zu erhalten kann man den Putz mit einer Kalkglätte spachteln und für den Anstrich Silikatfarben nutzen. Damit ersparen Sie sich eventuelle Giftstoffe, die zur Schimmelvorbeugung in gefährdeten Bereichen aufgetragen werden.
Spachtelmasse hat organische Anteile
Schimmelsporen haben bei Kalkputz keine Chance
Wer die Wände seines Hauses verschönern oder reparieren will, greift gern zu handelsüblicher Spachtelmasse – immer im Glauben, den richtigen Handgriff getan zu haben. Spachtelmasse besteht zu großen Teilen aus Gips, und der ist anorganischer Natur. Das heißt: Damit vermeiden Sie Schimmel. Falsch! Spachtelmasse besteht eben nur zu großen Teilen aus Gips. Sie enthält auch organische Anteile, zum Beispiel Zellulose. Dieser Stoff verbessert die Abbindung der Masse und erhöht zugleich die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen. Doch dieser organische Anteil ist Nahrung für Schimmelsporen. Darum gilt auch hier der Tipp: Nehmen Sie für Spachtelarbeiten Kalkglätte.
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