Schimmel und Algen durch Mängel auf Fassaden
Schwarz, braun, und grün schimmernde Fassaden sind nicht gewollt, sondern oft die Folge handwerklicher Fehler. Denn was so bunt schimmert sind Schimmel und/der Algen – meist auf der Wetterseite betroffener Häuser. Ursache kann zum Beispiel ein fehlerhaft verbautes Wärmedämmsystem sein. Mehr zu Schimmel und Algen auf Fassaden lesen Sie hier.
Fehler beim Dämmen, synthetischer Anstrich und Kunstharzputz
Im Zuge einer energetischen Sanierung werden Häuser oft zunächst gut eingepackt, sprich: Ein Wärmedämmverbundsystem wird auf die Fassade gebracht. Auf das Verbundsystem kommt Putz und auf den schließlich die Farbe – alles direkt mit dem ursprünglichen Mauerwerk verbunden. Grundsätzlich ist das kein Problem, obwohl Experten inzwischen eine unterschätzte Gefahr sehen: die verwendeten Materialien und die nicht immer exakte Arbeitsausführung. Gelangt nämlich auf irgendeine Weise Feuchtigkeit in oder hinter die Dämmschicht, kann das schwerwiegende Folgen für Haus und Bewohner haben. Denn in Verbindung mit Kunstharzputz und synthetisch vergüteten Anstrichen entsteht eine nahezu dichte Oberfläche, die ein Abtrocknen der eingedrungenen Feuchtigkeit blockiert.

Photo: iStockphoto.com/hypertizer
Obendrein sind synthetische Anstriche eine ideale Basis für Schimmelpilzsporen und Algen. Um die Besiedelung von Fassaden mit Schimmel oder Algen zu vermeiden, werden gern Algizide oder Fungzide eingesetzt. Der Haken dabei: Diese Gifte sind wasserlöslich. Nach ein paar Regengüssen, die gegen die Hauswand peitschen, sind die Gegenmittel verschwunden, Algen und Pilze haben wieder leichtes Spiel. Feuchtigkeit kann zum Beispiel über versprödete Rissnetz in die Dämmschicht eindringen.
Kalkprodukte verhindern Schimmel und Algen
Für die Reparatur von Rissen und anderen Schäden an Fassaden gibt es ein ganz klassisches und alt hergebrachtes Mittel: Kalk. Der Grund: Kalk ist stark basisch, eine Eigenschaft, die Schimmelpilze und Algen nicht schätzen. Kalk ist früher übrigens auch für den Innenanstrich verwendet worden, ganz besonders in landwirtschaftlich genutzten Gebäuden. Die Wände dieser Häuser waren durch die stark säurehaltigen Exkremente des Viehs stark belastet. Lauge (= basisch) kann Säure neutralisieren.
Übrigens: Ein guter baulicher Fassadenschutz ist eine hinterlüftete und gut trocknungsfähige Verschalung. Kein Hausbesitzer muss dabei auf eine wirkungsvolle Dämmung verzichten. Aber: Es ist physikalisch erwiesen, dass nachträglich gedämmte Wände deutlich schlechtere Diffusionseigenschaften aufweisen als nicht gedämmte Fassaden. Die ideale Lösung des Problems wäre eine kontrollierte Be- und Entlüftung, wie sie zum Beispiel in Passivhäusern Pflicht ist. Alternativ bleibt konsequentes und richtiges Stoßlüften.
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