Schimmel durch Latexfarbe an Innenwand?
Warum entsteht Schimmel an Innenwänden? Was ist der Auslöser für den Befall? Kann Latexfarbe die Ursache sein? Ja, sie kann, ist aber nicht zwingend der einzige Grund. Hier lesen Sie mehr dazu.
Latexfarbe kann man abwaschen.
Latexfarbe wird in der Regel in Küchen und Bädern verwendet. Sie nimmt kein oder nur sehr wenig Wasser auf und kann darum gereinigt, sprich mit einem feuchten Tuch abgewaschen werden. Latexfarbe hat eine glänzende Struktur und ist mit einem Film auf der Wandoberfläche zu vergleichen. Das heißt allerdings auch, dass diese Farbe die Diffusionsfähigkeit der Wand nachhaltig beeinträchtigt. Experten sprechen hier vom Schwitzkasteneffekt. Aber: Sie verhindert die Diffusion nicht. Venyltapeten mindern die Diffusion der Wand deutlich stärker als es die Latexfarbe kann.

Photo: iStockphoto.com/webking
Schimmel durch Latexfarbe?
Latexfarbe kann Schimmel begünstigen. Sie als einzigen Faktor für Schimmelbefall zu nennen, wäre zu leicht. Der Grund: Schimmel hat in der Regel mehr als eine Ursache. Fakt ist aber: Wird Latexfarbe in allen Räumen eines Hauses eingesetzt, sowohl an den Wänden als auch an Decken, steigt das Schimmelrisiko deutlich.
Einige Hinweise:
- Latexfarbe nicht flächendecken in der gesamten Wohnung nutzen. Sie verringern die Diffusion der Wände damit erheblich.
- Latexfarbe eher nicht auf ungedämmte Außenwände auftragen. Das fördert die Schimmelbildung.
- Tragen Sie Latexfarbe nicht zu dick auf.
- Schimmel entsteht gerne an Übergängen von der Farbschicht zu anderen Oberflächen.
- Wenn Sie Latexfarbe im Wohnbereich nutzen, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit besonders beobachten. Auf keinen Fall über 50 Prozent steigen lassen. Bedenken Sie, dass jede Zimmerpflanze die Luftfeuchtigkeit erhöht. Auch das kann ein Grund für Schimmelbefall sein.
- Lüften Sie bei Bedarf öfter.
Hinweis: Farben werden in der Regel auf Tapeten aufgetragen. Doch die Tapeten selber wirken wie eine dünne Dämmung auf der Innenseite einer Wand. Sie verschieben den Taupunkt. Der Tapetenkleber übernimmt dabei die nicht erwünschte Funktion einer „Dampfsperre“. Damit ist die Diffusion nicht aufgehoben, aber gehemmt. Wird die Wand jetzt mit Latexfarbe bestrichen, kommt eine weitere „Sperre“ hinzu.
Beachten Sie, dass Diffusion hier nichts mit der Luftdichtheit von Wänden zu tun hat.
Übrigens: Auch bei Latexfarbe auf ungedämmten Wänden gilt: Stellen Sie die Wand nicht zu. Lassen Sie ein paar Zentimeter Platz für Luftzirkulation.
Weiterer Ratgeber dazu:
Schimmel durch falschen Anstrich.
Gratis Abonnement
Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, warum abonnieren Sie dann nicht Hausbau-Ratgeber.de gratis? Sobald ein neuer Beitrag zum Thema veröffentlicht wird, erhalten Sie ihn als Erstes! Erfahren Sie mehr über unsere unverbindlichen und kostenlosen Abonnements oder abonnieren Sie gleich hier kostenlos unserenNewsletter mit Ratgebertipps
Sie können sich jederzeit wieder abmelden und Ihre E-Mailadresse wird nicht weitergegeben!
Um diesen Beitrag zu speichern, können Sie auch ein Lesezeichen hinzufügen bei:







Was mach ich denn nu, wenn die Wand dauerhaft direkte Wasserbesprühung durch einen Duschkopf überstehen soll?
Latexfarbe scheint mir das einzig wasserdichte (und mit „wasserdicht“ meine ich „könnte man auch ein Schwimmbad mit abdichten“-dicht!), und alles andere würde die konstante Nässe nicht lange überleben.
Warum gibt es keine Gore-Tex für Wände? Dann hätten wir das Problem nicht.
Diskussion
Lesermeinungen!