Sanierputz Teil 3: Die Werte im Einzelnen
Nicht jedes Putzsystem geht als Sanierputz durch, denn der muss spezielle Anforderungen erfüllen. Welche das sind, hat die WTA in ihrem Merkblatt 2-9-04 festgehalten – siehe auch Ratgeber 143, Teil 2 unserer Sanierputz-Reihe. Mit dem 3. Teil unserer Serie gehen wir näher auf die im Merkblatt aufgeführten Werte ein.
Sanierputz hat einen hohen Anteil an Luftporen
Der Luftgehalt im Sanierputz hat in der Regel einen Anteil von rund 25 Prozent des gesamten Volumens. Dieser Anteil ist wichtig, denn die sogenannten Luftporen braucht der Putz, um Salzkristalle dauerhaft ablagern zu können.
Die Porosität des Sanierputzes
Die Porosität ist für die sogenannte kapillare Wirkung des Sanierputzes verantwortlich. Je größer dieser Wert, desto geringer die Kapillarwirkung. Das heißt: Je geringer die Kapillarwirkung, desto weniger Wasser kann der Putz speichern. Und genau das soll er schließlich auch nicht tun.
Die kapillare Wasseraufnahme des Sanierputzes
Dieser Wert wird in Kilogramm pro Quadratmeter Putzfläche angegeben. Bestimmt wird die Menge Wasser, die der Sanierputz binnen 24 Stunden pro Quadratmeter aufnehmen kann. Dieser Wert liegt in der Regel bei 0,3 kg. Dieses Wasser transportiert sozusagen die Salze in den Putz hinein. Das Wasser selber muss auf jeden Fall verdunsten.
Wassereindringung in den Sanierputz
Dieser Wert verdeutlicht die Gradwanderung, die Sie beim Auftragen des Sanierputzes gehen müssen. Wasser dringt in der Regel nur bis zu fünf Millimeter ein. Danach beginnt bereits der Diffusionsprozess. Das heißt: Der Putz speichert Nässe nur auf einer Stärke von gut fünf Millimetern und zwingt die Feuchtigkeit dann zu „verdunsten“ und zwar durch die Reststärke des Putzes hinweg. Dabei gilt: Je länger die Strecke ist, die die Feuchtigkeit auf diesem Wege zurücklegen muss, desto höher ist der Diffusionswiderstand. Und je höher dieser Widerstand, desto langsamer trocknet das Mauerwerk ab.
Hinweis: Der Diffusikonswiderstand des Sanierputzes hängt natürlich nicht alleine von der Stärke der Putzschicht ab, sondern auch von seiner Zusammensetzung. Und auch das Abtrocknen einer Wand wird auf verschiedenen Wegen beeinflusst.
Noch ein Hinweis: Langsam abtrocknendes Mauerwerk muss nicht negativ sein. Wenn Sie stark durchfeuchtetes Mauerwerk zu rasch abtrocknet, können sich schneller und mehr Risse bilde, als umgekehrt.
Das Wasserrückhaltevermögen des Sanierputzes
Dieser Wert ist entscheidend, wenn es darauf ankommt, wie viel Feuchtigkeit durch den Sanierputz an Ihr Mauerwerk gelangen kann. Er wird in Prozent angegeben und sollte der 100-Prozent-Marke möglichst nahe kommen.
Übrigens: Die WTA zertifiziert Sanierputzsysteme, wenn sie ihren Anforderungen mindestens entsprechen. In der Regel werden die Werte übertroffen oder besser unterboten. WTA ist also auch ein Prädikat für die Qualität des Putzes.
Lesen Sie dazu auch diese Ratgeber:
- Sanierputz: Einführung in das Thema
- Sanierputz: Das WTA-Merkblatt 2-9-04
- Sanierputz: Begriffserklärungen
- Sanierputz: Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an.
- Sanierputz: Wie lange hält er?
- Sanierputz: Was müssen Sie beachten?
- Sanierputz: Wann sollten Sie ihn einsetzen?
- Sanierputz und Problemzonen
- Sanierputz, weitere Begriffe
- Sanierputz für den Inneneinsatz
- Sanierputz für den Außeneinsatz
- Sanierputz: So machen Sie es richtig.
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