Sanierputz Teil 11: Sanierputz für den Inneneinsatz.
Gibt es Unterschiede in der Anwendung zwischen Sanierputz für den Innenbereich und Sanierputz für den Außenbereich? Müssen Sie Außenwände anders behandeln als die Wände im Haus? Grundsätzlich gilt: Sanierputz wird sowohl im Hausinnern als auch an Außenwänden angewandt. Lesen Sie nun, worauf es ankommt, wenn Sie Sanierputz innen auftragen wollen.
Sanierputz für innen und außen
Sanierputz wird in der Regel als Universalprodukt angeboten, sowohl für den Außen- als auch für den Inneneinsatz. Das heißt: Die Mischung ist gleich, seine Eigenschaften sind gleich und auch die Wirkungsweise ist identisch. Warum also die Unterscheidung zwischen Sanierputz im Außeneinsatz und Sanierputz im Inneneinsatz? Den Unterschied machen die Verarbeitung sowie Art, Grad und Umfang des Schadens am und im Mauerwerk, denn: Sanierputz dient als flankierende Maßnahme gegen Feuchtigkeit im Mauerwerk und hält zugleich Feuchtigkeit, die von außen kommt, vom Mauerwerk fern. Das ist seine Aufgabe.
Fazit: Hauptaugenmerk bei der Anwendung von Sanierputz ist das Schadensbild. Achten Sie darauf, dass die Ursache nicht unbedingt exakt dort liegen muss, wo Sie den Schaden entdecken. Darum sollten Sie einen Experten konsultieren, der sowohl die Ursache erkennt, den Fehler lokalisiert und den Schaden eingrenzt.
Wichtig: Sanierputzsysteme werden auf verschiedene Feuchtigkeitsbelastungen und den Salzgehalt des Mauerwerks hin ausgelegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Innen- oder Außenwand handelt.
Sanierputz im Innenbereich
Im Innenbereich kann Sanierputz in der Regel unabhängig von der Jahreszeit ver- und bearbeitet werden. Wichtig ist lediglich die Frostfreiheit. Minustemperaturen würden die Struktur des Putzes zerstören, bevor er abbinden kann.
Hier noch ein paar wichtige Fakten, die Sie beachten sollten:
- Ursache für Durchfeuchtung vorher beheben.
- Zu behandelnde Fläche von altem Putz und ausgeblühtem Salzen sowie losem Mörtel befreien.
- Gleichmäßige aber nicht zu intensive Belüftung.
- Keine unnötig heftigen Temperaturschwankungen verursachen.
- Eventuell die Wand vorbehandeln, um die Aufnahmefähigkeit zu erhöhen.
Warum Ihre Wände feucht sein können.
Feuchte Wände haben verschiedene Ursachen. Die aber sind für die notwendigen Arbeiten sehr wichtig, vor allen Dingen dann, wenn Sie mitunter ausschließlich Sanierputz auftragen wollen.
- Schlechtes Lüftungsverhalten oder gar kein Luftaustausch: Die Folgen sind bekannt. Hier sollten Sie den vorhandenen Putz großflächig abhacken, die Wand reinigen und den Putz erneuern. Ist durch das mangelhafte Lüften Feuchtigkeit in das Mauerwerk eingedrungen, kann Sanierputz helfen, ist aber nicht in jedem Fall erforderlich. Prüfen Sie, ob es sich um einen oberflächlichen Schaden handelt oder die Feuchtigkeit tief in das Mauerwerk eingedrungen ist.
- Undichte Dachrinnen oder Fallrohre: Das Wasser aus der Dachrinne oder dem Fallrohr sucht sich in diesem Fall seinen Weg selber. Und der kann auch in das Hausinnere führen. Für Betroffene gilt: Fehler beheben, dann Sanierung einleiten. Ziehen Sie einen Experten zurate. Denn der kann Ihnen die nötigen Schritte erklären. Wichtig: Im Mauerwerk gebundene Salze kristallisieren, wenn Nässe eindringt. Erst dann entwickeln sie ihre zerstörerische Wirkung. Hier liegt es also am Grad der Durchfeuchtung, welche Maßnahmen Sie einleiten, und ob Sanierputz dazugehört.
- Schäden am Rohrleitungssystem, etc.: Auch in diesen Fällen gilt es, zunächst die Ursache zu beseitigen. Danach sollten Sie prüfen, wie weit die Feuchtigkeit in das Mauerwerk eingedrungen ist. In jedem Fall aber muss der alte Putz entfernt und neuer aufgetragen werden. Üblicherweise kommen sogenannte Raumluftentfeuchter ins Spiel. Die sind nicht immer ideal, sorgen aber dafür, senken aber das Feuchtigkeitsniveau der Raumluft, was wiederum die Aufnahmefähigkeit steigert. Und das heißt: Die Wände können Wasser leichter an die Umgebung abgeben. Sanierputz kann helfen, Restfeuchtigkeit zu verdunsten und die dabei entstehenden Salzkristalle einzulagern und so vom Mauerwerk fern zu halten.
- Keine oder defekte horizontale und vertikale Abdichtung: Diese Ursachen kommen sehr oft vor. Lautet die Diagnose entsprechend, ist Ihr erster Schritt die Abdichtung des Mauerwerks gegen aufsteigende und/oder vertikal eindringende Feuchtigkeit. Erst dann können Sie prüfen, welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Auch hier kann Sanierputz helfen. Sie sollten sich aber überlegen, ob Sie ihn wirklich als Opferschicht einsetzen wollen, die nach wenigen Jahren erneuert werden soll. Alternativ warten Sie mit weiteren Sanierungen, bis das Mauerwerk nur noch „Restfeuchte“ abgibt. Dann können Sie den Sanierputz auch als wirkungsvolle kosmetische Maßnahme betrachten, also wandgestaltend.
Unser Tipp: Wenn Sie Laie sind, sollten Sie nicht einfach selber Hand anlegen. Das kann der Bausubstanz Ihres Hauses durchaus schaden.
Lesen Sie dazu auch diese Ratgeber:
- Sanierputz: Einführung in das Thema
- Sanierputz: Das WTA-Merkblatt 2-9-04
- Sanierputz: Begriffserklärungen
- Sanierputz: Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an.
- Sanierputz: Wie lange hält er?
- Sanierputz: Was müssen Sie beachten?
- Sanierputz: Wann sollten Sie ihn einsetzen?
- Sanierputz und Problemzonen
- Sanierputz, weitere Begriffe
- Sanierputz für den Inneneinsatz
- Sanierputz für den Außeneinsatz
- Sanierputz: So machen Sie es richtig.
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