Sanierputz – Teil 10: Sanierputz ja oder nein?
Wer sich mit Sanierputz beschäftigt, stößt unweigerlich auf Befürworter und Gegner. Die einen nennen ihn Opferschicht, die anderen machen ihn für weitere Schäden am Mauerwerk verantwortlich. Das Problem: Alle diese Experten haben aus ihrer jeweiligen Sicht Recht. Bringen wir als Licht in das Dunkeln um den Sanierputz. Lesen Sie nun die Antwort auf die Frage: Sanierputz ja oder nein?
Sanierputz als Opferschicht.
Es gibt nicht wenige Experten, die den Sanierputz als Opferschicht bezeichnen, die keine lange Lebensdauer hat. Diese Experten haben sogar Recht, wenn man das Thema einseitig betrachtet. Fakt ist nämlich: Sanierputz wird oft falsch oder zu früh angewandt. Dadurch kann er seine Eigenschaften nicht ausspielen und wird zur besagten Opferschicht. Sehen wir uns an, welche Aufgabe der Sanierputz hat:
- Er soll Salzkristalle aus dem Mauerwerk aufnehmen und einlagern.
- Er soll Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk aufnehmen und nach außen transportieren.
- Er soll Feuchtigkeit von außen blockieren.
Anhand dieser Aufgabenstellung ist klar: Irgendwann kann auch der Sanierputz an seine Grenzen stoßen, das heißt: Er ist mit Salzen gesättigt, die Salzkristalle treten an die Oberfläche (Ausblühungen). Wasser kann nicht mehr in dem Maße verdunsten, wie gewünscht. Damit wäre der Sanierputz zur Opferschicht geworden. Die Folgen: Der Putz muss entfernt werden und eine dauerhafte Schicht muss aufgetragen werden.
Hinweis: Salzkristalle haben die Eigenschaft, Feuchtigkeit anzuziehen. Auch das ein Aspekt, der bei der Wahl der Sanierungsmaßnahme beachtet werden sollte.
Sanierputz als dauerhafte Lösung
Besser ist es in vielen Fällen, den Sanierputz als eine dauerhafte Variante der Wandgestaltung zu betrachten. Denn eigentlich soll er Restfeuchte aus dem Mauerwerk aufnehmen und Restkristalle einlagern. Das kann er problemlos, wenn er korrekt aufgetragen worden ist. In diesem Fall wird er als ergänzende Maßnahme im Zuge der Bauwerkssanierung angewandt. Der erste Schritt aber ist die Trockenlegung feuchten Mauerwerks, und damit die Behebung der Ursache. Es liegt in der Natur der Dinge, dass die wasseraufnehmenden Fähigkeiten einer Putzschicht an ihre Grenzen gerät, wenn immer wieder Feuchtigkeit folgt.
Bitte beachten Sie: Hier geht es um wirklich feuchte Wände mit hohem Feuchtigkeitsdurchsatz. Das heißt: Der Putz muss deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen, als er verdunsten kann. Sie erinnern sich? Sanierputz nimmt Feuchtigkeit nur bis zu einer Stärke von 3 bis 5 Millimetern auf. Ab da beginnt bereits die Diffusion. Und: Mit der Feuchtigkeit werden Salzkristalle „ausgespült“, die der Putz einlagert. Ein ständiger Nachschub muss zwangsläufig zur Übersättigung führen.
Unser Tipp: Es liegt immer am Grad der Durchfeuchtung, wann und ob Sanierputz sinnvoll ist. Grundsätzlich braucht ein durchfeuchtetes Mauerwerk Zeit, um abzutrocknen, nachdem die Ursache für die Durchfeuchtung behoben worden ist. Experten sprechen von einem Zeitraum zwischen sechs Monaten und einem Jahr. Lassen Sie den Grad der Durchfeuchtung prüfen. Sanierputz ist eine gute Möglichkeit, noch vorhandene Feuchtigkeit aus Ihrem Mauerwerk zu entfernen. Tragen Sie ihn aber nicht zur früh auf, sondern nutzen Sie ihn als gestaltendes Element für Ihre Wand. So sparen Sie bares Geld und viel Arbeit.
Lesen Sie dazu auch diese Ratgeber:
- Sanierputz: Einführung in das Thema
- Sanierputz: Das WTA-Merkblatt 2-9-04
- Sanierputz: Begriffserklärungen
- Sanierputz: Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an.
- Sanierputz: Wie lange hält er?
- Sanierputz: Was müssen Sie beachten?
- Sanierputz: Wann sollten Sie ihn einsetzen?
- Sanierputz und Problemzonen
- Sanierputz, weitere Begriffe
- Sanierputz für den Inneneinsatz
- Sanierputz für den Außeneinsatz
- Sanierputz: So machen Sie es richtig.
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