Sanierputz Teil 1: Feuchtes Mauerwerk trockenlegen
Wer gegen feuchtes Mauerwerk kämpft, wird irgendwann einmal mit dem Wort „Sanierputz“ konfrontiert. Was ist das? Wie trägt man Sanierputz auf? Hilft der überhaupt? Und welche Sorten oder Arten gibt es? Wie funktioniert der überhaupt? Fragen, die wir Ihnen mit unserer Ratgeber-Serie„Sanierputz“ beantworten wollen.Lesen Sie im Teil 1 nun eine kleine Einführung in das Thema.
Sanierputz drauf und fertig?
„Feuchtigkeit im Mauerwerk, Schimmel an den Wänden? Kein Problem. Den beschädigten Putz hacken wir ab und bringen Sanierputz auf. Dann haben Sie Ruhe.“ Falsch! Wer Ihnen dazu rät, hat mindestens einen wesentlichen Punkt vergessen: Er unternimmt nicht einmal den Versuch der Ursachenermittlung für die Feuchtigkeit. Denn: Nicht überall, wo Wände durch Feuchtigkeit belastet sind, muss Sanierputz aufgetragen werden.Und nicht in jedem Fall hilft Sanierputz alleine. Denn derübernimmt sozusagen die Opferrolle für die Wand, lagert Salze ein und verdunstet Feuchtigkeit, damit die Wand „kontrolliert“ abtrocknen kann. In logischer Konsequenz sollte man vorab aber den „Feuchtigkeitsnachschub“ stoppen, zumindest, wenn diese aus dem Fundamentbereich kommt. Tun Sie das nicht, schaden Sie Ihrem Mauerwerk und sanieren doppelt.
Erstes Fazit: Sanierputz hilft wirksam gegen Feuchtigkeit, stellt alleine aber nicht immer die Lösung dar.
Wie funktioniert Sanierputz eigentlich?
Sanierputz wird gerne als Opferschicht bezeichnet.
Sanierputz wird gerne als Opferschicht bezeichnet. Er soll Feuchtigkeit und Salze aus dem Mauerwerk aufnehmen und zugleich neue Feuchtigkeit daran hindern, einzudringen. Letzteres kann natürlich nur bei vertikal eindringender Feuchtigkeit funktionieren. Gehen wir auf die Funktionsweise des Sanierputzes ein:
Er wird ein- beziehungsweise zweischichtig aufgetragen. Durch seine hohe Porosität soll er vorhandene Salze im Putzsystem einlagern, wobei die Salze nicht bis zur Oberfläche vordringen. Sie bleiben dauerhaft im Putz. Das Prinzip des Sanierputzes basiert auf seinem Luftporenvolumen, das eine entsprechende „Lagerkapazität“ mitbringt. Die Struktur des Putzessollte so aufgebaut sein, dass die Feuchtigkeitsabgabe des Mauerwerks nicht behindert werden kann. Die Verdunstung der Feuchtigkeit passiert im Putz selber.
Sanierputze Zusammenfassung:
Der Sanierputz nimmt Feuchtigkeit und Salze aus den Wänden auf. Salze lagert er ein, Wasser verdunstet in der Putzschicht selber – ohne erneuten Kontakt mit dem Mauerwerk.
Sanierputz = Zauberputz? Wie kann das funktionieren, wo nahezu jedes Mauerwerk selber kapillare Eigenschaften hat und sich je nach Beschaffenheit und Art des Baustoffes wie ein Schwamm mit Wasser voll saugt?
Der Schlüssel liegt in der Zusammensetzung des Putzes. Das Verhältnis seiner Bestandteile entscheidet über seine Einlagerungsfähigkeit = Salzaufnahmepkapazität und darüber, ob und wann doch Salze an die Oberfläche austreten.
Ein paar Eckdaten:
- Sanierputze-WTA werden aus Werktrockenmörtel gemäß DIN 18557 hergestellt.
- Baustellenmischungen sind für die Herstellung eines Sanierputzes nicht geeignet.
- Die Putznorm 18550 verweist ausdrücklich auf DIN 18557, da die in 18550 beschriebenen Putze nicht für Sanierungsfälle bei Altbauten mit salzhaltigem Mauerwerk geeignet sind.
- Sanierputze bringen eine hohe Porosität.
- Sanierputze sind stark wasserdampfdurchlässig.
- Sanierputze besitzen eine verringerte kapillare Leitfähigkeit.
Lesen Sie dazu auch diese Ratgeber:
- Sanierputz: Einführung in das Thema
- Sanierputz: Das WTA-Merkblatt 2-9-04
- Sanierputz: Begriffserklärungen
- Sanierputz: Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an.
- Sanierputz: Wie lange hält er?
- Sanierputz: Was müssen Sie beachten?
- Sanierputz: Wann sollten Sie ihn einsetzen?
- Sanierputz und Problemzonen
- Sanierputz, weitere Begriffe
- Sanierputz für den Inneneinsatz
- Sanierputz für den Außeneinsatz
- Sanierputz: So machen Sie es richtig.
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