Sanierputz: Sanierputz im Keller
Undichte Horizontal- und Vertikalsperren, Kondensfeuchte aufgrund erhöhter Luftfeuchtigkeit, mangelhafter Luftaustausch … Solche Fakten machen den Keller in Sachen Sanierputz zu einer echten Problemzone. Und allzu oft passieren genau hier Fehler, die nach Jahren erst richtig sichtbar werden. Unnötige und teure Folgereparaturen sind die Folge. Lesen Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie Sanierputz im Keller anwenden wollen.
Feuchte Keller: Woran liegt das?
Ein feuchter Keller kann verschiedene Ursachen haben. Hier drei der gängigsten Gründe:
- Undichte oder fehlende Horizontalsperre: Sie soll das Mauerwerk gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundamentbereich schützen. Fehlt oder ist sie undicht, kann Wasser mit kräftiger Unterstützung durch die kapillare Eigenschaft des Mauerwerks aufsteigen und schlimme Folgen verursachen.
- Undichte oder fehlende Vertikalsperre: Bei alten Häusern ist das oft eine einfache Schwarzschicht (wenn überhaupt), die das Mauerwerk vertikal gegen anstehendes Wasser schützen soll. Sie kann leicht beschädigt werden. Auch neuere Systeme haben keine ewige Lebensdauer. Ein kleiner Riss, eine kleine Unachtsamkeit bei der Verarbeitung und der Effekt ist auf Dauer dahin.
- Kondenswasser: Besonders in den Kellern älterer Häuser ist es in der Regel recht feucht. Das liegt zum Beispiel an der Bauweise und daran, dass sie nicht als Wohnraum konzipiert und entsprechend zum Erdreich hin gedämmt sind. Hinzu kommt eine mangelhafte Belüftung des Kellers – in sehr vielen Fällen obendrein eine falsche. Beispiel: Lüften bei hohem Temperaturunterschied (innen kühl, außen warm) sorgt für das sogenannte Schwitzen.
- Weitere Gründe: Korrodierte Wasserleitungen können über einen langen Zeitraum Feuchtigkeit abgeben. Dieser Fehler kommt übrigens nicht selten vor. Auch die Pumpensümpfe in einigen Häusern verursachen eine permanente Feuchtigkeitsbelastung. Diese Einrichtungen sammeln das Drainagewasser und befördern es in die Kanalisation.
Fazit: Feuchte Keller sind zum Teil baulich bedingt.

Sanierputz - Photo: iStockphoto.com
Das heißt: Am Anfang einer jeden Sanierung stehen die Ursachenforschung und deren Beseitigung.
Keller: Sanierputz drauf – alles gut?
Nein! Wenn Sie Putz oder Sanierputz im Kellerbereich (Hausinnern) anwenden wollen, sollten Sie Besonderheiten beachten, damit Ihre Arbeiten dauerhaft von Erfolg gekrönt sind. Andernfalls schaden Sie der Bausubstanz des Hauses enorm, denn Fehler werden oft erst nach einigen Jahren sichtbar. Bei Sanierputz gehen Experten von bis zu fünf Jahren aus, bevor man erkennt, dass handwerkliche Fehler gemacht worden sind.Normaler Sanierputz hat bereits im angetrockneten Zustand eine wasserabweisende Eigenschaft. Das ist so gewollt. Denn er soll auf der einen Seite Salze aus dem Mauerwerk einlagern und Feuchtigkeit aufnehmen und verdunsten. Das passiert im Putz selber, denn nur so kann er Salzkristalle einlagern. Auf der anderen Seite soll er verhindern, dass das Mauerwerk durch Feuchtigkeit von außen geschädigt wird.
Das heißt: Die Luftfeuchtigkeit im Keller würde zunehmen und sehr schnell an ihrer Sättigungsgrenze ankommen – mit schwerwiegenden Folgen:
Folgen
- Der Keller wird unnutzbar, weil übermäßig feucht. Der Grund: Sanierputz ist nur in eine Richtung diffusionsoffen, wirkt damit nicht oder nur sehr bedingt klimatisierend und feuchtigkeitsregulierend.
- Feuchtigkeit im Keller schlägt relativ leicht in die drüberliegenden Geschosse durch.
- Schimmel droht, und so weiter …
Fazit: Ohne flankierende Maßnahmen zur Entfeuchtung des Mauerwerks wird Sanierputz unweigerlich zur Opferschicht. Durch die Einlagerung von Salzkristallen entsteht auf Dauer eine Sperrschicht im Putz. Das bedeutet: Hier kann auch keine Feuchtigkeit mehr verdunsten. Sanierputz ist „nur“ dort sinnvoll, wo Restfeuchte verdunstet werden und die damit entstehenden Salzkristalle vom Mauerwerk fern gehalten werden sollen.
Achtung: Es gibt Putzsysteme für den Keller, aber: Sorgen Sie nicht für eine vernünftige Durchlüftung oder eine Temperaturregulierung im Keller, stößt jedes Putzsystem relativ schnell an seine Grenzen. Eine spezielle Oberflächenbehandlung des Putzes, zum Beispiel auf Kalkbasis, kann helfen.
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