Sanierputz: Sanierputz contra Kalkputz
Kann Kalkputz den Sanierputz ersetzen? Macht Kalkputz den Sanierputz unter Umständen sogar komplett überflüssig. Es gibt Experten, die genau das behaupten und jene, die den Herstellern und professionellen Anwendern von Sanierputz eine „Mogelpackung” unterstellen. Lesen Sie nun eine kleine Gegenüberstellung von Kalk – und Sanierputz.
Warum Kalkputz besser sein soll?
Ist Sanierputz das einzige Mittel gegen feuchte Wände? Oder kann der Kalkputz mithalten? Es gibt Experten, die vom klassischen Sanierputz nicht viel halten und statt dessen lieber Kalkputz empfehlen. Dabei berufen Sie sich sogar auf Aussagen eines Herstellers für Sanierputze. Zurecht? Oder hat der Hersteller hier ein Eigentor geschossen? Wir versuchen, eine Antwort zu finden:
Sanierputz gilt als Hilfsmittel zur Mauerwerksentfeuchtung. Achtung: Die Betonung liegt auf Hilfsmittel. Denn der wichtigste Schritt ist die Beseitigung der Ursachen für die Feuchtigkeit. Sanierputz soll Feuchtigkeit und Salzkristalle aufnehmen. Doch genau das bezweifeln manche Experten. In seine hydrophoben Poren dringe weder Salz noch Wasser ein. Der Grund: Diese Poren weisen Wasser ab. Genau darum würden Sanierputze weder der Entsalzung noch der Entfeuchtung dienen. Ganz im Gegenteil: Es können unter bestimmten Umständen sogar Treibmineralien im Putz entstehen, die ihn einfach abreißen lassen. Er bricht weg. Das passiere zum Beispiel bei sulfatbelastetem Mauerwerk. Obendrein könne man auf Sanierputz, weil wasserabweisend, nur kunstharzhaltige und damit kapillarsperrende Beschichtungen, also Dispersionssilikat (Mineralfarbe), Silikonharzemulsions- und Dispersionsfarbe, aufbringen. Doch damit hat das Mauerwerk Probleme. Der Grund: Wenn die Kapillare gesperrt, also dicht, sind, kann Wasser aus dem Mauerwerk nur sehr schlecht abtrocknen. Es kommt zum Stau und zu hässlichen Auswirkungen. Der Putz platzt zum Beispiel wieder ab.
Für Altbauten wird darum gerne kalkgetünchten Luftkalkputz. Durch ihn trockne die Mauer um ein Vielfaches schneller ab, als sie es durch den Sanierputz tun kann. Weil Wasser und Salze ungehindert in diesen Putz eindringen können, sei er auch als kostengünstige Opferschicht gut geeignet.
Punkte, die für den Sanierputz sprechen.
In den Kalkputz dringen Salzkristalle und Wasser problemlos ein. Das stimmt. Doch darum muss er bei feuchtem Mauerwerkt nicht zwangsläufig besser funktionieren, als es der Sanierputz tut. Denn der soll Salze einlagern und Wasser langsam verdunsten. Das Argument der Geschwindigkeit hinkt also. Je schneller eine Wand abtrocknet, desto schlechter für die Sturktur. Und: Sanierputz ist nur zu einer Seite hin wasserabweisend aufgebaut. Seine innere Struktur aber öffnet er zum Mauerwerk hin.
Unser Tipp: Wenn Sie einen Opferputz brauchen, dann liegen sie mit Kalk ganz richtig. Wir halten Sanierputz schon preislich nicht für eine Opferschicht. Darum gilt: Bevor Putz auf feuchtes Mauerwerk aufgetragen wird, sollte die Schadensursache gefunden und behoben sein. Andernfalls muss auch der Kalkputz ständig neu aufgetragen werden.
Fazit: Sehen Sie Sanierputz nur als zusätzliche Maßnahme, die feuchtes Mauerwerk natürlich nicht im Alleingang trocknen kann.
Lesen Sie dazu auch diese Ratgeber:
- Sanierputz: Einführung in das Thema
- Sanierputz: Das WTA-Merkblatt 2-9-04
- Sanierputz: Begriffserklärungen
- Sanierputz: Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an.
- Sanierputz: Wie lange hält er?
- Sanierputz: Was müssen Sie beachten?
- Sanierputz: Wann sollten Sie ihn einsetzen?
- Sanierputz und Problemzonen
- Sanierputz, weitere Begriffe
- Sanierputz für den Inneneinsatz
- Sanierputz für den Außeneinsatz
- Sanierputz: So machen Sie es richtig.
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