Sanierputz: Beschichtung auf Sanierputz
Auch Sanierputz kann gestrichen werden. Aber: Weil er besondere Eigenschaften hat, die ihn von einem gewöhnlichen Putz unterscheiden, darf er nicht mit allen Farben und/oder Lacken beschichtet werden. Das würde seine Wirkung mitunter einschränken. Lesen Sie nun, wie Sie Sanierputz nach der Aushärtung behandeln können.
Extrawurst für den Sanierputz
Sanierputz nimmt Salzkristalle auf und lagert sie ein. Sanierputz verdunstet Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk. Dabei sperrt er aber Feuchtigkeit, die von außen in das Mauerwerk eindringen will. Diese Eigenschaften unterscheiden ihn deutlich von gewöhnlichem Putz. Das bedeutet aber auch, dass Sanierputz nicht mit jeder Art von Beschichtung behandelt werden darf.
Mineralischer Edelputz eine Altenative
Sanierputzsysteme brauchen nach WTA-Merkblatt eine Mindestschichtdicke von zehn Millimetern pro Schicht. Damit lassen sich aber nur schwer Strukturen, wie zum Beispiel Rillen, in den Putz einarbeiten. Mineralische Edelputze, die auf die letzte Sanierputzschicht aufgetragen werden, können hier helfen.
Haftungsproblem
Sanierputz ist wasserabweisend. Das bedeutet: Er verfügt nur über minimale Saugfähigkeit – schlechte Voraussetzungen für jegliches Auftragen anderer Putze oder gar Farben. Irgendeine Grundierung bringt bei Sanierputz nur wenig, weil diese Mittel in der Regel auf Kunstharzbasis hergestellt werden. Sie erreichen also das Gegenteil von Saugfähigkeit. Sie sperren den Putz sozusagen. Darum sollten Sie die letzte Schicht des Sanierputzes anrauen. Sie entfernen so die sogenannte Sinterschicht. Grundierungen sind danach eigentlich nicht mehr nötig, denn das aufrauen ersetzt das Grundieren. Es gibt aber Fälle, in denen eine zusätzlich aufgetragene Haftschicht sinnvoll ist. Sie sollten vorher prüfen, ob die von Ihnen gewählte Grundierung auch bei Sanierputz anwendbar ist. Der Hersteller muss das belegen können. Die bloße Aussage reicht nicht.
Anstrich direkt auf Sanierputz
Auch den Sanierputz dürfen Sie streichen, wenn Sie ihm die gewünschte Haftung verliehen haben. Für reine Selikatanstriche braucht der Putz eine bestimmte Tragfestigkeit. Die erreicht er erst, wenn er vollständig ausgehärtet und abgetrocknet ist. Weil man den Putz für einen Anstrich nicht zusätzlich anraut, müssen Sie die abweisende, also nicht haftende Oberfläche vorbehandeln. Das geht zum Beispiel mit einer sogenannten „Ätzflüssigkeit“: Auftragen, mit Wasser abwaschen, Anstrich drauf. So geht die Farbe eine Verbindung mit dem Sanierputz ein. Aber Achtung: Sie müssen unbedingt darauf achten, dass Sie die gewünschten Eigenschaften des Sanierputzes nicht unterwandern.
Sie müssen unbedingt darauf achten, dass Sie die gewünschten Eigenschaften des Sanierputzes nicht unterwandern.
Dispersions-Selikatanstriche vereinfachen das Verfahren. Ihnen wird ein sogenanntes Redispersionspulver beigemischt, das für die Haftung der Farbe auf dem Putz sorgt. Ganz nebenbei verhindert es Spannungen, die immer dann entstehen, wenn zwei Lagen miteinander verkieseln. Das heißt: Dispersons-Selikatanstriche eignen sich besonders bei weichen Putzoberflächen. Aber: Der Zusatzstoff beeinflusst die mineralischen Eigenschaften des Anstrichs. Er sollte also nicht zu üppig eingesetzt werden.
Silikonharz steigert die Diffusionseigenschaften
Silikonharzemulsionsanstriche sind das Zauberwort, das sich aus der Überschrift ableitet. Das ist nichts anderes als eine Dispersionsfarbe, die mit Silikonharzemulsion durchsetzt wird. Diese Emulsion setzt die Diffusionseigenschaften der Dispersionsfarbe herauf. Das heißt: Sie verfügen über eine enorme Wasserdampfdurchlässigkeit – ganz im Gegenteil zu gewöhnlicher Dispersionsfarbe. Ihre Oberflächenstruktur ist sehr dicht.
Unser Tipp: Grundsätzlich sollten Sie immer prüfen, ob Ihr gewünschter Anstrich der Wirkung des Sanierputzes entgegensteht. Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Farben und Aufträge den Anforderungen des WTA-Merkblattes für Sanierputzsysteme entsprechen. Die einfache Aussage, dass die geforderten Werte erreicht worden seien, ist noch kein Beweis. Denken Sie immer daran: Es geht hier um die Sanierung feuchter Wände und den dauerhaften Erfolg. Verschaffen Sie sich also einen Überblick, beschäftigen Sie sich mit den Eigenschaften des verwendeten Materials. Denn gerade der Sanierputz will speziell behandelt werden.
Lesen Sie dazu auch diese Ratgeber:
- Sanierputz: Einführung in das Thema
- Sanierputz: Das WTA-Merkblatt 2-9-04
- Sanierputz: Begriffserklärungen
- Sanierputz: Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an.
- Sanierputz: Wie lange hält er?
- Sanierputz: Was müssen Sie beachten?
- Sanierputz: Wann sollten Sie ihn einsetzen?
- Sanierputz und Problemzonen
- Sanierputz, weitere Begriffe
- Sanierputz für den Inneneinsatz
- Sanierputz für den Außeneinsatz
- Sanierputz: So machen Sie es richtig.
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