Dämmung: Beim Dämmstoff kommt’s auf die Unterschiede
Heizkosten sind ein großer Posten auf jeder Jahresabrechnung. Wer sie reduzieren will, braucht eine gute Dämmung. Diese sorgt darüber hinaus für ein angenehmes Raumklima. Doch Dämmstoff ist nicht gleich Dämmstoff. Lesen Sie hier, worin sich Dämmmaterialien unterscheiden. Wir informieren Sie über Wärmeleitfähigkeit, U-Wert, Wasserdampfdiffusionswiderstand und andere wichtige Werte.
Dämmstoffe und Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, welche Wärmemenge in einer Stunde durch einen Quadratmeter einer 1 Meter dicken Baustoffschicht hindurchgeht – und zwar unabhängig von der Dicke des Stoffes, aber abhängig von der Umgebungstemperatur. Sie wird angegeben in W/mK – Watt pro Meter und Kelvin (ein Kelvin entspricht einem Grad Celsius).
Es gilt: Je niedriger der Wert ist, desto weniger Wärme gelangt durch den Stoff, und umso größer ist die Dämmwirkung. Dämmstoffe haben eine besonders niedrige Wärmeleitfähigkeit – sie muss unter 0,1 W/mK liegen. Oft werden Baustoffe in Wärmeleitgruppen (WLG) eingeteilt: Ein Dämmstoff der Wärmeleitgruppe 050 entspricht einem Wert von 0,05 W/mk.
Übrigens: Das Dämmverhalten eines Baustoffes ist auch von seiner Dicke abhängig. Das heißt, wenn ein Baustoff mit hoher Wärmeleitfähigkeit entsprechend dick aufgebracht wird, erhöht sich die Dämmwirkung. Zum Vergleich ein etwas drastisches Beispiel: Eine fast 9 Meter dicke Betonwand dämmt in etwa so gut wie eine 17 Zentimeter dicke Polystyrolschicht.

Dämmung: Dämmstoffe Styropor
Foto: dustpuppy
Einige Beispiele für die Wärmeleitfähigkeit verschiedener Baustoffe:
- unlegierter Stahl etwa 50 W/mK
- Beton 2,1 W/mK
- Glas 0,76 W/mK
- Ziegelmauerwerk 0,5 bis 1,4 W/mK
- Lehm 0,47 bis 0,93 W/mK
- Schaumglasschotter 0,08 W/mK
- Luft 0,0261 W/mK
- Vakuumdämmplatte 0,004 – 0,006 W/mK
U-Wert und Dämmung
Der U-Wert (früher k-Wert) ist die Maßeinheit für den Wärmedurchgangskoeffizienten eines Bauteils. Er gibt die Energiemenge an, die in einer Sekunde durch eine Fläche von einem Quadratmeter fließt, wenn sich die Temperaturen auf beiden Seiten um ein Kelvin unterscheiden. Die Einheit ist W/m²K – Watt je Quadratmeter und Kelvin. Der Wärmedurchgangskoeffizient berechnet sich unter anderem aus der Wärmeleitfähigkeit, der Dicke und der Einbauart. Es gilt: Je niedriger er ist, umso besser ist die Dämmeigenschaft.
Übrigens: Bei einem Neubau oder bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen laut Energieeinsparverordnung Mindestanforderungen an den U-Wert des Bauteils eingehalten werden. So gilt zum Beispiel für Fenster ein vorgeschriebener Wert von mindestens 1,7 W/m²K.
Einige Beispiele für den Wärmedurchgangskoeffizienten verschiedener Baustoffe:
- Außenwand aus Beton ohne Dämmung, Stärke 25 Zentimeter Stärke: etwa 3,3 W/m²K
- Außenwand aus Mauerziegeln, Stärke 36,5 Zentimeter: etwa 0,8 W/m²K
- Außenwand aus Massivholz ohne Dämmung, Stärke 20,5 Zentimeter: 0,5 W/m²K
- Doppelfenster: 3 W/m²K
- Fenster im Passivhausstandard: 0,5 bis 0,8 W/m²K
Wasserdampfdiffusionswiderstand
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist auch bekannt als Dampfsperrwert. Er drückt aus, in welchem Maß ein Baustoff die Ausbreitung, also die Diffusion, von Wasserdampf verhindert. Die entsprechende Kennzahl gibt an, um welchen Faktor das Material dichter ist als eine gleich dicke Luftschicht. Je größer die Zahl, desto weniger Dampf lässt das Material hindurch.
Bei Außenwänden sollte der Widerstand der einzelnen Schichten von innen nach außen abnehmen. Innen verhindert also eine luftdichte Dampfsperre, in der Regel aus Folie, dass Feuchtigkeit aus den Wohnräumen in das Dämmmaterial eindringt. Nur so lässt sich vermeiden, dass das Dämmmaterial durchfeuchtet. Denn dann würde es seine Dämmeigenschaft verlieren und möglicherweise schimmeln.
“Falsche Ansichten: Wände müssten atmen”
Völlig falsch ist die immer noch weit verbreitete Ansicht, Wände müssten atmen und Feuchtigkeit aus dem Wohnraum nach außen transportieren. Stattdessen kann die Wand nur einen ganz geringen Teil der Feuchte aufnehmen, der größte Teil muss durch Lüften nach außen geführt werden.
Einige Beispiele für den Wasserdampfdiffusionswiderstand verschiedener Materialien:
Luft: 1
Holz: etwa 50
Beton: 50 bis 100
Glas: 10.000
Wärmespeicherzahl
“Pflanzliche Dämmstoffe können Wärme meist länger speichern als mineralische Dämmstoffe”
Die Wärmespeicherzahl beschreibt, wie viel Wärme ein Baustoff speichern kann. Je höher der Wert, desto länger dauert es, diesen Stoff aufzuwärmen oder abzukühlen – umso besser ist also der Schutz vor Hitze und Kälte. Massive, schwere Baustoffe haben eine besonders hohe Wärmespeicherfähigkeit. Dämmstoffe hingegen haben eher niedrige Werte. Es gilt allerdings: Dämmstoffe auf pflanzlicher Basis können Wärme wegen ihrer höheren Dichte meist länger speichern als mineralische Dämmstoffe.
Schall- und Brandschutz
Dämmstoffe unterscheiden sich auch in der Art, gegen Lärm von außen und innerhalb des Hauses zu schützen. Gleiches gilt für den Brandschutz. Die Materialien werden unterschieden in: nicht brennbar, schwer entflammbar und normal entflammbar.
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