Ziegel, Steine oder Schiefer?
Wenn man mit Reet gedeckte Häuser an der Küste sieht, überkommt einen automatisch ein Gefühl der Geborgenheit und Wärme. Doch wer fernab des Meeres wohnt, kommt kaum in den Genuss eines solchen Daches. Stattdessen fällt in der Regel eine Entscheidung zwischen Dachsteinen, Dachziegeln und Schiefer – und auch diese Baustoffe können eine tolle Atmosphäre schaffen.
Mit welchem Material man sein Dach eindeckt, hängt vor allem von der Dachform ab. Bei steilen Dächern gibt es mehr Möglichkeiten als bei einem Flachdach. Außerdem sollte man stets darauf achten, dass die Eindeckung zur Architektur passt. Wer also ein kleinteiliges Dach hat, etwa mit vielen Gauben, der sollte keine großformatigen Dachziegel oder Dachsteine verwenden. Ziegel und Steine gibt es in unterschiedlichen Ausführungen – von einfach und günstig bis gehoben und etwas teurer. Im Idealfall ist die Oberfläche der Pfannen schmutzabweisend – das erhöht die Lebensdauer des Daches. Hersteller geben in der Regel eine Lebensdauer von 30 Jahren an.
Dachziegel
Ihre Form erhalten sie durch Pressen
Seit etwa 2000 Jahren kommen in Mitteleuropa Tondachziegel zum Einsatz, und bis heute haben sich die klassischen Formen erhalten: Biberschwanz sowie Mönch- oder Nonnenziegel. Tondachziegel sind leichter als Dachsteine. Sie werden bei 1000 Grad Celsius im Ofen gebrannt. Ihre Form erhalten sie durch Pressen. Stangpressziegel wie der Biberschwanz haben meistens keinen Falz und können nicht ineinander greifen. Sie sollten nur bei steilen Dächern verwendet werden, auf denen der Regen schnell abfließt. Häuser mit flacheren Dächern sollten Tonziegel bekommen, die eine Falz haben. Dieses System wirkt als Wassersperre und schützt optimal vor Niederschlag.
Ein Vorteil der Tondachziegel ist die kapillare Wirkung des Tons: Durch die Poren aufgenommene Feuchtigkeit wird vergleichsweise schnell wieder abgegeben. Dadurch trocknet das Dach nach Niederschlag schneller – Moos hat schlechte Chancen, sich anzusiedeln.

Photo: iStockphoto.com/cogal
Dachsteine
Dachsteine kommen etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts zum Einsatz. Sie werden aus Sand, Zement, Wasser und Farbpigmenten hergestellt. Im ersten Schritt wird Zement gebrannt. Anschließend wird der Zement mit Sand gemischt und in einer Trockenkammer bei 60 Grad Celsius gehärtet. Nach einer Lagerzeit von etwa einem Monat erreicht der Stein seine endgültige Festigkeit. Dachsteine sind besonders robust, bruchsicher, regensicher und frostbeständig. Man erhält sie meistens günstiger als Tondachsteine.
Das Öko-Institut in Freiburg hat kürzlich Dachsteine und Dachziegel in einer Ökobilanz verglichen. Das Resultat: Die Herstellung von Dachsteinen ist umweltfreundlicher und verursacht weniger Kohlendioxid.
Schiefer
Seit einigen Jahren greifen Bauherren und Sanierer verstärkt auf Schiefer zurück, um ihr Dach einzudecken. Der Naturstoff ist viele Millionen Jahre alt. Schiefer hat eine gute Haltbarkeit und schützt besonders gut gegen Sturm.
Übrigens:
Denken Sie auch daran, Ihrem Dach einen Blitzschutz zu verpassen. Die Anlage besteht aus Fangeinrichtung, Ableitung und Erdung – sie sollte rechtzeitig vom Fachmann installiert werden.
Weiterer Ratgeber zum Dach:
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