Vor- und Nachteile eines Fertighauses
Wer denkt, ein Fertighaus ist nicht mehr als ein grauer, liebloser Schuhkarton, der täuscht sich. Und wer denkt, ein Fertighaus fliegt beim nächsten Orkan auseinander, der ist falsch beraten. Fertighäuser stehen massiv gebauten Häusern in nichts nach und haben der massiven Bauweise gegenüber sogar einige Vorteile.
Ein Haus muss nicht immer Stein auf Stein gebaut werden – es geht auch Element an Element. Der Markt für Fertighäuser wächst seit Jahren. Die Qualität der Häuser wird ständig besser. Fast alle Anbieter verwenden moderne Heizungs- und Energietechnologien, die Häuser haben mindestens Niedrighausstandard – in der Regel unterbieten sie die Vorgaben der EnEV deutlich. Überall in Deutschland sind in den vergangenen 15 Jahren Musterhausparks entstanden, in denen Fertighaushersteller zeigen, was sie zu bieten haben. Und allen Vorurteilen zum Trotz findet man dort auch das ein oder andere architektonische Schmuckstück. Der sachliche Vergleich zwischen leichter und massiver Bauweise lohnt sich also.
Bauweise eines Fertighauses
Fertighäuser entstehen überwiegend als Holzständer- oder Holztafelbau. Sie werden zu großen Teilen im Werk vorproduziert und sind damit unabhängig von der Witterung. So entstehen etwa Wand- und Deckenelemente, die schon mit Dämmung, Schächten und Freiräumen für Sanitär- und Elektroinstallationen vorbereitet sind. Ein Schwerlasttransporter liefert diese Elemente auf die Baustelle geliefert, und innerhalb kurzer Zeit werden sie aufgestellt und montiert. Mitunter erweckt dies den Eindruck, als würde ein Baukastenhaus aufgebaut.

Photo: iStockphoto.com/akurtz
Vorteile des Fertighauses
Ein Fertighaus kostet in der Regel weniger als ein Massivhaus
- Die Vorfertigung der Elemente im Werk führt zu sehr kurzen Bauzeiten. Das Haus steht im Normalfall nach wenigen Tagen, und zwar samt Bodenplatte, Dacheindeckung, Fenstern und Türen.
- Außerdem muss ein Fertighaus nicht monatelang trocknen wie ein Massivhaus – während der Bauphase kommt keine Feuchtigkeit hinein, weil anstelle von Beton oder Zement Holz verwendet wird. Somit besteht in diesem Zusammenhang keine Gefahr, dass sich Schimmel bildet.
- Den Aufbau koordiniert in der Regel nur eine Firma, so dass kaum Absprachen zwischen einzelnen Gewerken notwendig sind. Das macht das ganze Bauvorhaben überschaubarer, und es schont die Nerven.
- Ein Fertighaus kostet in der Regel weniger als ein Massivhaus vergleichbarer Größe. Das liegt an der standardisierten und rationellen Vorfertigung. Teuer können allerdings Sonder-wünsche werden.
- Das Gerücht, nach dem Fertighäuser schnell abbrennen, ist reiner Quatsch. Der Hausbau in Deutschland läuft nach strengen Regeln ab. Dazu gehört auch der Brandschutz. Aber: Wie in jedem anderen Haus können Tapeten und Textilien natürlich Feuer fangen.
Nachteile des Fertighauses
- Die vorgefertigten Wände eines Fertighauses speichern mitunter nicht so viel Wärme wie die eines massiv gebauten Hauses. Das heißt: Die betreffenden Häuser heizen schneller auf und kühlen ebenso schnell wieder aus. Aber: Die meisten Anbieter moderner Fertigteilhäuser haben dieses Problem inzwischen gelöst, und zwar durch einen speziellen Wandaufbau.
- Die Holzfußböden im Fertighaus schwingen mehr als Betonböden im Massivhaus.
- Beim Wiederverkauf werden Fertighäuser immer noch geringer bewertet als Massivhäuser.
- Da es sich sehr oft um standardisierte Haustypen handelt, geht Individualität schnell verloren. Dennoch kann ein Architekt durchaus Akzente setzen – Abweichungen sind eine Frage des Geldes.
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