Leitfaden Bauen Teil 7: Die gebrauchte Immobilie 2/3: Fallstricke
Gebraucht oder neu? Wenn Sie sich für die erste Variante entscheiden, also eine Gebrauchtimmobilie erstehen wollen, sollten Sie durchaus genauer hinsehen. Denn so manches Mal verbergen sich hinter einer schönen Fassade Mängel, mit denen Sie nicht rechnen. Lesen Sie nun Teil 7 unseres Leitfadens Bauen.
Wie alt ist das Haus?
Ihre erste Frage im Zuge des Kaufes einer Gebrauchtimmobilie sollte dem Alter des Gebäudes gelten. Denn das kann durchaus entscheidend für den Zustand der Bausubstanz sein. Es hat nämlich Zeiten gegeben, in denen auf die Qualität der Baustoffe nicht wirklich geachtet worden ist, beziehungsweise nicht geachtet werden konnte. Häuser aus der Nachkriegszeit gehören zum Beispiel dazu. Aber Achtung: Hier ist nicht die Leistung der Menschen zu damaligen Zeiten gemeint. Ganz im Gegenteil! Damals lag Deutschland in Schutt und Asche. Und die Überlebenden waren gezwungen, mit dem zu arbeiten, was ihnen zur Verfügung stand. In mühseliger Handarbeit wurden aus den Trümmern zerstörter Häuser Baustoffe gewonnen, um die Städte wieder aufzubauen.
Das Alter eines Gebäudes kann Ihnen auch verraten, wie zum Beispiel die Zwischendecken beschaffen sind. Noch bis in die 50er Jahre hat man gerne Holzbalkendecken mit Lehm und Stroh verwendet. Ab den 60er Jahren waren es dann vornehmlich massive Decken aus Beton und Stein – aber in der Regel ohne jegliche Trittschalldämmung.
Schadstoffbelastung
Das Wissen um und die Sensibilisierung für gesundheitsgefährdende Zusammensetzungen und ungesunde Ausdünstungen von Baustoffen, Farben und Lacken hat sich erst in den 80er Jahren entwickelt. Man erkannte den Zusammenhang zwischen verwendeten Materialien und gesundheitlichen Belastungen der Menschen, wenngleich die klare Ursachendefinition für bestimmte Krankheitsbilder noch lange hat auf sich warten lassen. Schlagworte für schädliche Stoffe in Gebrauchtimmobilien sind zum Beispiel:
- Formaldehyd
- Asbest
- PCB

Photo: iStockphoto.com/Ekely
Horizontale und vertikale Sperren
In beiden Fällen lohnt sich ein genauer Blick auf das Mauerwerk
Es gibt Experten, die einer horizontalen Sperre in Form einer Bitumenbahn im Fundamentbereich eine nahezu unendliche Lebensdauer zuschreiben. Das wäre schön, ist aber falsch! Seriöse Fachleute gehen von einer Lebensdauer von maximal 40 Jahren aus. Danach wird das Material spröde und rissig und kann seine eigentliche Funktion, aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundamentbereich fern zu halten, nicht mehr erfüllen.
Ebenso unseriös ist die Behauptung, eine Schwarzschicht auf den Außenwänden, die Kontakt zum umgebenden Erdreich haben, reiche aus und halte ewig. Auch das ist falsch! Erfahrungswerte zeigen: Diese Schwarzschichten sind anfällig für Beschädigungen und bieten keinen wirklichen Schutz auf Dauer.
Fazit: Steht das Haus Ihrer Träume gut 40 Jahre, dürfen Sie davon ausgehen, dass es über eine horizontale Sperre verfügt, die aber möglicherweise nicht mehr dicht hält. Häuser, die noch weit älter sind, verfügen oft nicht über eine Sperre. Man hat zwar relativ früh mit sogenannten Schlemmschichten und Dichtbahnen gearbeitet, wobei sich aber sehr leicht Fehler in der Ausführung eingeschlichen haben. In beiden Fällen lohnt sich ein genauer Blick auf das Mauerwerk.
Die vertikale Sperre, wie wir sie heute kennen, war vor 40 und mehr Jahren nicht üblich. Auch hier gilt: Schauen Sie sich das Mauerwerk an.
Tipp: Lassen Sie die Mauerfeuchte von einem Fachmann prüfen. Der kann im Zweifel auch die Ursache definieren.
Weiterer Ratgeber dazu:
- Leitfaden Baujen, Teil
- Leitfaden Bauen, Teil 2
- Leitfaden Bauen, Teil 3
- Leitfaden Bauen, Teil 4
- Leitfaden Bauen, Teil 5
- Leitfaden Bauen, Teil 6
- Leitfaden Bauen, Teil 8 (folgt)
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