Leitfaden Bauen Teil 3: Die Auswahl des Grundstücks
Nicht immer eine Frage des Preises, sondern eine Frage der Lage: die Wahl des richtigen Grundstücks. Dem kommt beim Hausbau eine enorm wichtige Rolle zu. Auf der einen Seite legen wir uns fest, was Entfernungen betrifft, auf der anderen Seite beschließen wir eine Partnerschaft mit unseren Nachbarn. Wenn das kein Grund ist, sich ein paar Gedanken mehr über das passende Grundstück zu machen. Wir haben das für Sie getan und aufgeschrieben. Lesen Sie nun Teil 3 des Leitfadens Bauen.
Dann klappt es auch mit den Nachbarn.
Nicht immer ist das schönste Grundstück auf das geeignete. Denn gerade beim Bau eines neuen Hauses sollte man sich über das Grundstück nicht nur gut informieren, sondern auch Gedanken machen. Hier nun ein paar Ansätze, die Ihnen helfen können, die richtige Grundstückswahl zu treffen. Und natürlich gilt, wie immer: Unser Ratgeber erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und ist nicht als Ratgeber im rechtlichen Sinne zu verstehen.
Grundstücksgröße und –schnitt:
Sie haben sich über Ihren Raumbedarf Gedanken gemacht, wissen, wie groß etwa Ihr Haus sein soll. Folgt die Frage nach dem passenden Grundstück für das Häuschen und natürlich nach dessen Größe und Schnitt. Zunächst ein Verweis auf den Bebauungsplan. Wie und wo dürfen Sie Ihr Haus auf das Grundstück setzen? Wenn Sie das wissen, folgt der Rundumblick, zum Beispiel auf die Nachbarschaft.
Grundsätzlich aber richtet sich die Größe des Grundstücks neben dem Preis auch nach Ihrer Lebensart: Gartenmuffel? Dann wählen Sie lieber ein kleines Grundstück. Je größer es ist, desto mehr müssen Sie pflegen und bewirtschaften. Denken Sie daran: Sie wollen im eigenen Haus alt werden, sehr alt, wenn möglich. Ein großer Garten könnte also auch zur Last werden.
Übrigens: Umlagen für mögliche Straßenbaumaßnahmen richten sich nach der Grundstücksgröße, anteilige Kosten für die Straßenreinigung nach der Breite Ihres Grundstücks an der Straßenseite. Ein schmales Grundstück kann demnach unter Umständen günstiger im Unterhalt sein.
Lage des Grundstücks:
Grundsätzlich gilt: Hanggrundstücke sind oft beschaulich, aber komplizierter zu bebauen und noch viel schwerer zu bewirtschaften.
Infrastruktur:
Die Ruhe eines Dorfes kann reizvoll sein. Doch die Lage des Dorfes könnte sich als problematisch erweisen. Aspekte dazu:
- Verkehrsanbindung
- Einkaufsgelegenheiten
- Ärzte, Schulen, Kindergärten
- Sportstätten, kulturelle Einrichtungen
- Strecke zu Ihrem Arbeitsplatz
- Öffentliche Verkehrsmittel
Auch hier der Hinweis auf die Endgültigkeit der Entscheidung. Denken Sie daran, dass Sie auch im hohen Alter keine Nachteile aufgrund der Lage Ihres Grundstücks hinnehmen wollen oder müssen.
Noch ein paar Fakten zur Wahl des Grundstücks:
- Ist das Wegerecht geklärt? (Gilt für Grundstücke, die über andere Territorien erreichbar sind.)
- Können schwere LKW und eventuell ein Kran das Grundstück erreichen?
- Wie wirken die Nachbarn auf Sie? Wie gehen sie mit der eventuellen Bebauung des Grundstücks um?
Kaufen oder pachten?
Wer bauen will, muss nicht immer ein Grundstück kaufen. Es gibt auch die Möglichkeit der Erbpacht. Das bedeutet aber, dass alles, was sich zum Zeitpunkt Ihres Todes einmal auf dem Grundstück befindet, in das Eigentum des Verpächters übergeht. Ihr Vorteil: Sie müssen sich über Erbfolgen keine Gedanken machen, sollten sich aber im Klaren darüber sein, mögliche Erbansprüche auf anderem Wege abgelten zu müssen. Und: Erbpachtgrundstücke sind mitunter die günstigere Variante im Vergleich zum Grundstückskauf. Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall.
Weitere Ratgeber dazu:
- Leitfaden Bauen Teil 1
- Leitfaden Bauen Teil 2
- Leitfaden Bauen Teil 4 (folgt)
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