Holzbauweisen – von Holzskelett bis zum Rundstamm
Ein Holzhaus kann ganz schlicht in Holzskelettbauweise daherkommen, es kann aber auch ein architektonisches Meisterwerk sein, zum Beispiel als Blockhaus in Rundstammbauweise. Wer sich für das Bauen mit Holz entscheidet, dem stehen unzählige Varianten offen. Wir stellen die wichtigen Bauweisen vor.
Für die Konstruktion von Holzhäusern werden vor allem einheimische Hölzer verwendet –Fichte, Kiefer, Tanne. Im Außenbereich kommen oft besonders widerstandsfähige Holzarten zum Einsatz, zum Beispiel Lärche, Eiche, Douglasie. Das Holz wird immer vorgetrocknet und muss daher nicht mehr chemisch behandelt werden. Beim Bau kommt im Gegensatz zum Massivbau kein Wasser zum Einsatz. Ein Holzhaus muss also nicht erst trocknen oder trocken gewohnt werden.
Holzrahmenbau und Holztafelbau
Der Rahmen wird mit Dämmstoffen ausgefacht
Die meisten Holzhäuser in Deutschland werden als Rahmen- oder Tafelbau konstruiert. Der Holztafelbau ist dem Rahmenbau sehr verwandt und unterscheidet sich nur im Grad der Vorfertigung. Er ist die typische Bauweise für Fertighäuser: Die tragende Konstruktion besteht aus Holz und wird mit Platten aus Gips oder Holz verkleidet. Der Rahmen wird mit Dämmstoffen ausgefacht. Dadurch reduziert sich die Wandstärke im Vergleich zum Massivhaus und die Wohnfläche wird vergrößert. Die Decken-, Dach- und Wandtafeln helfen bei der Aussteifung des Gebäudes.
Die im Werk vorgefertigten Platten werden innerhalb sehr kurzer Zeit – meist binnen drei Tagen - auf der Baustelle gerichtet. Das ist einer der Gründe, weshalb der Rahmenbau beziehungsweise Tafelbau oder auch Großtafelbau eigentlich günstiger sein sollte, als andere Bauweisen.
Übrigens: Was so schlicht und einfach klingt, ist in Wahrheit ein ausgeklügeltes System. In die vorgefertigten Wandkonstruktionen werden bereits sämtliche Schächte für die Versorgungsleitungen eingearbeitet.
Und: Konstruktionsbedingt unterbieten moderne Fertigteilhäuser im Tafelbau in der Regel die Werte der aktuellen EnEV. Der Grund: Sie verfügen über eine doppelte Dämmung, nämlich zwischen der tragenden Konstruktion und auf der Außenhülle.

Photo: iStockphoto.com/trait2lumiere
Holzskelettbau
Die Tragstruktur besteht aus einem großen Raster von Stützen und Trägern. Diese Konstruktionen wirken oft sehr filigran. Die Innenwände sind in der Regel nichttragend, so dass verschiedene Grundrisse gewählt und Wände einfach versetzt werden können. Typisch sind auf die großen Fensterflächen bei Holzskeletthäusern. Sie sind möglich, weil die Fassade nicht in das Traggerüst integriert, sondern davor gestellt ist.
Die traditionelle Holzskelettbauweise findet sich im Fachwerkhaus. Hier werden die Zwischenräume des Skeletts, die Gefache, zum Beispiel mit Lehm oder Mauerwerk ausgefüllt. Beim Fachwerk spricht man auch vom Ständerbau, weil die Ständer die Hauptelemente sind.
Auch bei dieser Konstruktion gilt: Energetisch erreichen die Häuser die Vorgaben der EnEV spielend.
Massiver Holzbau
Beim Blockbohlenbau sind die Wände aus Bohlen aufgeschichtet und an den Ecken verbunden. Man spricht dabei von einer Verkämmung oder Verzinkung der rechtwinklig anliegenden Stämme. Mitunter werden die Bohlen der Außenwände in zwei Schichten aufgebaut, damit Dämmung dazwischen passt und die Vorschriften der Energie-Einspar-Verordnung eingehalten werden.
Weil das Holz anfangs weiter trocknet, ist bei der herkömmlichen Methode mit Setzungen und Rissen zu rechnen. Diese können mehrere Zentimeter betragen. Bereits bei der Planung muss diesem Umstand Rechnung getragen werden. Um zu verhindern, dass die Fugen aufgehen, können zum Beispiel vorher Stahlseile senkrecht zur Fuge eingesetzt werden.
Hinweis: Wer ein Blockbohlenhaus nach traditioneller Methode bauen will, kann natürlich sofort mit dem Innenausbau beginnen und ist dabei so flexibel, wie bei jedem anderen Haus. Fliesen werden zum Beispiel auf ein Schienensystem aufgebracht, das von der Außenhülle des Gebäudes getrennt ist. So vermeiden Sie Setzungsschäden im Innern des Hauses.
Ratgeber spezial: Seit einigen Jahren gibt es den setzungsfreien Blockhausbau. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber „Setzungsfreier Blockhausbau – Bautradition im modernen Gewand. (Nr. 083)
Weiterer Ratgeber dazu:
- Bauen mit Holz (folgt)
- Kosten sparen: Holz verbrennt schadstoffarm
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