Das Haus ohne Heizung - Das Passivhaus
- Leitfaden Bauen Teil 5: Passivhaus oder Null-Energie-Haus?
- Passivhaus nutzt multiple Energiequellen
- Passivhäuser kann man selber bauen
Energie, Heizkosten, sparen
Über Passivhäuser gibt es viele Vorurteile – es heißt, sie seien hässlich und kalt. Beides ist falsch. Erstens sind gute Architekten durchaus in der Lage, anspruchsvoll zu planen und zugleich höchsten Ansprüchen an energieeffizientes und umweltschonendes Bauen zu genügen. Und zweitens kommt ein Passivhaus sehr gut ohne Heizkörper in den Räumen aus, weil es andere Wärmequellen nutzt – die Sonne, viele Haushaltsgeräte, die Bewohner.
Von einem Passivhaus spricht man, wenn ein Gebäude im Jahr höchstens 15 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche verbraucht. Zum Vergleich: Bei einem Niedrigenergiehaus sind es maximal 70, bei einem Altbau bis 300 Kilowattstunden. Der Heizenergiebedarf beim Passivhaus ist damit bis zu 80 Prozent geringer als bei einem Neubau, der den Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung entspricht.

Photo: iStockphoto.com/erierika
Dass ein Passivhaus so sparsam betrieben werden kann, hat mehrere Gründe: Entscheidend ist eine besonders gute Dämmung, damit keine Wärme aus dem Haus entweicht. Üblich sind Dämmstärken von 30 bis 40 Zentimetern. Außerdem müssen alle Bauteile einen sehr niedrigen U-Wert aufweisen – er besagt, wie viel Wärme durchgeht. Kanten, Ecken und Anschlüsse sind sorgfältig zu planen, um Wärmebrücken zu vermeiden. Die Fenster haben eine Dreifachverglasung. Das Gebäude muss luftdicht sein. Es sollte außerdem nach Süden ausgerichtet sein und nicht im Schatten liegen, damit die Energie der Sonne optimal genutzt werden kann.
Funktionsweise vom Passivhaus
Das Passivhaus funktioniert wie eine Thermoskanne
Einfach gesagt, funktioniert das Passivhaus wie eine Thermoskanne: Die dicke Dämmschicht speichert die vorhandene Wärme fast vollständig. Diese Wärme wiederum ist keine Heizwärme, sondern Wärme, die in jedem Haushalt vorkommt – von der Sonne, der Glühbirne, der Waschmaschine, vom Computer oder von den Bewohnern selbst, denn jeder Mensch heizt mit etwa 80 Watt.
Damit keine Wärme entweicht, sollte man die Fenster im Passivhaus geschlossen halten. Für den notwendigen Luftwechsel sorgt eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit integrierter Wärmerückgewinnung, die verbrauchte Raumluft gegen Frischluft tauscht und für gleichbleibend wohlige Temperaturen sorgt. Dies Anlagen haben inzwischen einen sehr hohen Wirkungsgrad – nahezu 98 Prozent der Abluftwärme können Sie der frischen Luft zuführen. Auch das Brauchwasser wird über die Wärmerückgewinnung, was nichts anderes als eine Wärmepumpe ist, auf Temperatur gebracht.
Pollen, Feinstaub und Schimmelsporen bleiben bei diesem System weitgehend außen vor. Die Filter der Anlage halten sie fern. Davon profitieren vor allem Allergiker und Asthmatiker.
Finanzierung eines Passivhauses
Passivhäuser gibt es in verschiedenen Bauweisen – Holz, Massiv- und Fertigbau. Sogar Systeme zum Selbstbaupassivhaus gibt es. Und: Man muss kein Großverdiener sein. Einmaligen Bauart bedingten Mehrkosten stehen dauerhafte Einsparungen an Energiekosten gegenüber. Und: Für ein Passivhaus gibt es Fördermittel von der KfW-Bank – übrigens auch, wenn Sie es selber bauen wollen.
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