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Passivhäuser: 4 Vorurteile

Geschrieben von Phil am Montag, 9 November 2009 Ihre Lesermeinung
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Wer ein Passivhaus bauen will, kann sich mitleidiger Blicke und aufmunternder Worte sicher sein. Der Grund: Obwohl Passivhäuser für Umwelt- und Klimaschutz stehen, hält sich ihre Beliebtheit in Grenzen. Ein Haus braucht eine Heizung. Punkt. Ein Passivhaus hat keine Heizung. Also funktioniert es nicht. Das ist nur ein Vorurteil von einer ganzen Serie an Un- oder Halbwahrheiten über Passivhäuser. Lesen Sie hier die ganze Wahrheit.

Vorurteil Nr. 1: In Passivhäusern ist es kalt.

Das ist eine Frage der Sichtweise. Öffnen Sie bei niedrigen Temperaturen Fenster und Türen, wird es auch in einem Passivhaus richtig kalt. Ansonsten gilt: Jedes Passivhaus wird auf eine Mindesttemperatur von 20 Grad berechnet und gebaut. Und weil manche es wärmer mögen, könnte die Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung mit integrierter Wärmerückgewinnung auf 24 Grad eingestellt werden. Doch das ist eigentlich nicht nötig. Warum? Die Oberfläche der Innenwände eines Passivhauses erreicht nahezu Raumlufttemperatur, weil sie keine Wärme speichert, sondern – vereinfacht ausgedrückt – reflektiert. Das verhindert die sonst übliche Thermik im Raum und die gefühlte Kälte im Wandbereich. Der Effekt: 20 Grad fühlen sich in einem Passivhaus wie 22 Grad an.

Vorurteil Nr. 2: Die Fenster dürfen nicht geöffnet werden.

Wer die Fenster öffnet, handelt gegen das Passivhaus-prinzip

Bei diesem Punkt wird immer wieder ein falscher Zungenschlag benutzt: „dürfen nicht“. Aber, aber, wer wird sich mündigen Menschen gegenüber erlauben, ein solches Verbot auszusprechen, noch, wo es sich eindeutig um eine falsche Aussage handelt? Die Fenster eines Passivhauses können natürlich geöffnet werden. Aber: Sie müssen es nicht. Der Grund: Die Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung mit integrierter Wärmerückgewinnung versorgt das Haus ständig mit sauberer und temperierter Luft. Und: Die Filter der Anlage halten Feinstäube, Pollen, Schimmelsporen und so weiter fern. Zuletzt: Seine Vorteile kann ein Passivhaus am besten bei geschlossenen Fenstern ausspielen. Fazit: Wer die Fenster öffnet, handelt gegen das Passivhausprinzip. Die Technik des Hauses muss anschließend unter Umständen Hochleistung bringen, um sowohl die Luftreinheit als auch die Temperatur wieder herzustellen.

passivhaus-vorurteile

Photo: iStockphoto.com/diane39

Vorurteil Nr. 3: Die Lüftungsanlage verursacht Zug.

Das ist absolut falsch. Die Lüftungsanlage eines Passivhauses ist in der Regel auf den 0,4- bis 0,5-fachen Wechsel (Luftwechselrate) pro Stunde eingestellt. Das heißt: Bemessen am Gesamtvolumen des Raumes wechselt die Anlage pro Stunde gut zwei Fünftel der Luft. Binnen zehn Stunden wird die Luft in einem Passivhaus also zweimal vollständig ausgetauscht. Wichtig: Der Luftaustausch funktioniert nur dann perfekt und unbemerkt, wenn die Abluftventile zur Anlage selber passen und sachgemäß platziert sind. Fazit: Ein Luftzug durch die Be- und Entlüftung ist nicht zu spüren.

Vorurteil Nr. 4: Ein Passivhaus ist langweilig.

Dieses Vorurteil dürfte aus der Zeit der ersten Passivhäuser herrühren, als man einfache Bauformen gewählt hat, um möglichst ohne Umwege zum Passivhaus zu gelangen. Doch diese Zeiten sind vorbei: Ein modernes Passivhaus kann sämtliche architektonische Wünsche erfüllen. Der Haken an diesem Vorurteil ist seine Logik. Entscheidend für den Primärenergiebedarf eines Hauses sind nämlich nicht nur Baustoffe und Ausführung. Auch das sogenannte A/V-Verhältnis, also das Verhältnis von Fläche zu Volumen, wirkt sich darauf aus. Je kleiner dieser Wert, desto besser. Das heißt: Einfacher Baukörper (Kubus) ohne Schnörkel = sehr gutes A/V-Verhältnis. Aber: Moderne Baustoffe und Bausysteme sind in der Lage, die energetischen Schwächen von Türmchen, Erkern und Gauben zu kompensieren. Bleibt die Frage, ob diese Extras das Haus tatsächlich interessanter machen.
Fortsetzung folgt …

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