Feng Shui – Harmonisches Wohnen
In China ist Feng Shui ein alter Hut, in Europa ist es seit einiger Zeit vor allem unter Esoterikern angesagt. Plötzlich ist Feng Shui überall und in allem, ungeachtet der wahren Bedeutung. Wer sich informieren will, findet eine schier unglaubliche Menge an Literatur und mehr oder weniger gut ausgebildeten Experten. Ein kritischer Blick ist deswegen angebracht.
Feng Shui sieht man nicht, man fühlt es, sagen wahre Fachleute. Aber was ist es? Es ist die etwa 3000 Jahre alte Kunst, mit dem Umfeld harmonisch zu leben. Harmonie ist die Grundlage für Glück, Erfolg und Wohlbefinden. Feng Shui bedeutet übersetzt: Wind und Wasser – das steht für die Energieströme zwischen Himmel und Erde. Harmonie ist der Lehre zufolge erst dann möglich, wenn die unsichtbare Lebensenergie Qi ungehindert fließen kann und sich nirgendwo staut.
Dafür wiederum gibt es zwei Voraussetzungen:
Erstens:
Die beiden gegensätzlichen Pole Yin und Yang müssen sich im Gleichgewicht und Wechselspiel befinden. Yin steht zum Beispiel für das Weibliche, für die Nacht und die Erde. Yang steht für das Männliche, für den Tag und den Himmel. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Yin und Yang erzeugen Wandel. Alle Energien auf der Erde werden einer dieser Seiten zugeordnet.
Zweitens:
Die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Holz und Metall müssen ebenfalls in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Sie sind eine Weiterführung von Yin und Yang. Die Chinesen ordnen alle Dinge auf der Welt diesen Grundelementen zu. Ziel des Feng Shui ist es, die Elemente in einen produktiven Kreislauf zu bringen.

Photo: iStockphoto.com/Anegada
Anwendung von Feng Shui
Alles muss individuell berechnet werden
Grundlage von Feng Shui ist die Überzeugung, dass unsere Umgebung eine bestimmte Wirkung auf uns hat. Unsere Arbeit wird beispielsweise unbewusst davon beeinflusst, ob wir in einem düsteren, engen Raum arbeiten oder in einem weiten Raum mit Sonnenlicht. Mithilfe der Feng-Shui-Methoden soll es möglich sein, Wechselbeziehungen zwischen uns und der Umwelt zu beeinflussen. Entgegen der Behauptungen mancher selbsternannter Feng-Shui-Experten sind dabei aber nie Pauschalaussagen möglich – etwa darüber, welche Farbe an welcher Wand zu welchem Ergebnis führt. Alles muss individuell berechnet werden. In China genossen die alten Feng-Shui-Meister übrigens eine jahrelange Ausbildung.
Traditionell haben die Chinesen Feng Shui bei der Planung von Grabstätten genutzt oder auch um etwa gute Weideplätze zu finden. Später wurde es in der Landschafts- und Gartengestaltung eingesetzt, beim Hausbau und bei der Zimmereinrichtung. In China dient es heutzutage vor allem dazu, den Erfolg von Unternehmen zu mehren – und zwar durch eine Raumgestaltung, die Mitarbeiter und Kunden anregt.
Um alle Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt zu verstehen, müssen unzählige Aspekte berücksichtigt werden: Straßen, andere Gebäude, Flüsse, Berge, der Grundriss des eigenen Hauses, Himmelsrichtungen und so weiter. Am besten ist es natürlich, sich schon vor dem Bau während der Planung mit Feng Shui zu befassen.
Ganz allgemein lässt sich sagen: Ein Haus sollte in einer windgeschützen Lage stehen. Es sollten sich keine scharfen Kanten oder spitzen Gegenstände in der Wohnumgebung befinden.
Lesetipp:
Feng Shui, der Geist des Menschen bewegt die Welt.
Autor: Ilse Renetzeder
ISBN 3-9805731-2-5
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