Dachbegrünung
Es grünt so grün – aber nicht nur in Nachbars Garten, sondern vielleicht auch auf seinem Dach. Im schlimmsten Fall könnte es sich um Moos auf alten Dachschindeln handeln. Im Idealfall steht jedoch sein Dach in Blüte. Das sieht schön aus, schafft wertvolle Biotope und verlängert die Lebensdauer des Daches – vorausgesetzt, das Gründach ist fachmännisch angelegt.
Ein begrüntes Dach ist nicht nur etwas für vermeintlich verrückte „Ökos“, sondern für jeden Bauherren. Denn die Vorteile liegen auf der Hand:
- Der Bewuchs schützt die Bausubstanz vor Witterungseinflüssen.
- Die begrünte Fläche wirkt dämmend – sie schützt im Winter gegen Kälte und im Sommer gegen Hitze. Außerdem mindert sie Lärm.
- Der Bewuchs nimmt Kohlendioxid auf und filtert Staub aus der Luft.
- Das Gründach speichert Regenwasser und ist ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Ein grünes Dach lässt sich am einfachsten bei Dächern mit leichter Neigung realisieren. Damit die Grünfläche die darunter liegenden Bauteile nicht beschädigt, muss eine Trennschicht eingezogen werden: Sie soll Wasser ableiten und darf von Wurzeln nicht durchdrungen werden. Experten empfehlen Schutzmatten aus Kunststoff.
Auf einem Gründach stehen die Pflanzen nicht in reiner Erde, sondern in einem speziellen Substrat, das Nährstoffe und Wasser speichert – und zugleich Wasser abführt. Es handelt sich um ein Gemisch aus Mutterboden und mineralischen Zusatzstoffen wie Blähton oder Bims.

Photo: iStockphoto.com/LyaC
Bepflanzung und Pflege des Dach’s
Wer sich ein Gründach anlegen möchte, sollte zuerst überlegen, wie intensiv er es begrünen und pflegen will. Bei einer Extensivbetreuung sind Aufwand und Kosten sehr gering. Es eignen sich Moose und Gräser. Das Substrat, also der Aufbau, hat ein Dicke von 6 bis 20 Zentimetern. Wer sich für die einfache Intensivbegrünung entscheidet, kann Gräser, Kraut und Gehölze anpflanzen. Das Substrat sollte eine Stärke von 12 bis 25 Zentimetern haben. Es muss hin und wieder gegossen werden. Bei der Intensivbetreuung ist der Aufwand am höchsten. Rasen, Blumen und Sträucher müssen regelmäßig bewässert werden. Das Substrat ist 15 bis 40 Zentimeter dick.
Bei Flachdächern mit einer Neigung unter fünf Grad sind besondere Dränagesysteme erforderlich, damit keine unerwünschte Staunässe entsteht. Bei sehr schrägen Dächern wiederum muss die Begrünung gegen das Abrutschen und gegen Erosion gesichert werden.
Übrigens: Einige Kommunen fördern den Bau eines Gründaches. Fragen Sie nach!
Nützliche Ratgeber dazu:
- So bekommt ein Haus seinen Charakter (folgt)
- Ziegel, Steine oder Schiefer (folgt)
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