Wärmeenergie ist Bewegungsenergie
Wärme und Wärmeenergie sind Dreh- und Angelpunkt, wenn es um die Senkung des CO2-Ausstoßes und damit um effektives Energie sparen geht. Senken wir den Bedarf an Wärmeenergie, senken wir zugleich die Umweltbelastung und sorgen sogar für eine Entlastung der Geldbörsen. Lesen Sie nun mehr rund um die Wärmeenergie und unseren Umgang mit ihr.
Die Energie namens Wärme entsteht aus der Bewegung der Moleküle
Wärme ist die Bewegungsenergie der Moleküle. Das haben wir im Physikunterricht gelernt. Je schneller sich die Moleküle bewegen, desto wärmer ist es, je langsamer die Moleküle in Bewegung sind, desto kälter ist es. Und schon an dieser Stelle hat sich ein sachlicher Fehler eingeschlichen, denn: Den Begriff „kalt” kennt die Physik nicht. Hier spricht man immer nur von „Wärme”. Im Baubereich spricht man von Wärmebrücken, Wärmeschutz und Wärmedämmung. Die sogenannte „Kältebrücke”, die eine lange Zeit sogar von Fachleuten als Fachbegriff verkauft worden ist, hat es nie gegeben.
1. Fazit
Die messbare Temperatur definiert den Wärmezustand eines Körpers oder einer Umgebung. Subjektiv betrachtet sprechen wir von „warm” oder „kalt”. Anders ausgedrückt könnte man auch behaupten, die Temperatur bringt den Bewegungsdrang der Moleküle auf den Punkt.
Das Wärmeempfinden belügt uns.
Die ablesbare Temperatur in Gard Celsius oder Kelvin gemessen ist ein sachlicher Fakt: 20 Grad Celsius entsprechen 293,16 Kelvin, und für uns ist das eine ganz angenehme Temperatur. Tatsächlich liegt es aber an unserem persönlichen Befinden und an einigen physikalischen Rahmenbedingungen, ob wir uns bei 20 Grad Celsius behaglich fühlen oder nicht.
Drei einfache Beispiele:
- Bei zunehmender Luftbewegung im Raum wirken 20 Gard schlagartig deutlich kühler, sind sie aber nicht.
- Bei körperlicher Betätigung können 20 Grad leicht unerträglich werden.
- Ein Raum mit Fußbodenheizung kann gerade mal 18 Grad Celsius kühl sein. Und dennoch fühlt sich der Mensch mitunter wohl: Er hat warme Füße und einen kühlen Kopf. Ein Grund: In unseren Fußsohlen spiegelt sich über sogenannte Reflexzonen unser gesamter Körper wieder. Fühlen sich die Füße wohl, geht es dem Menschen ebenso.
2. Fazit
Unser Körper hebelt klare Fakten einfach so aus und belügt uns mit seinem Temperaturempfinden.
Zurück zur Physik: Das Wärmeempfinden unterliegt also subjektiven Aspekten. Die haben aber klare Ursachen, welche durchaus im Bereich der Physik liegen. Hier zwei Beispiele, wie unser Wärmeempfinden beeinflusst wird:
- Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Haus ohne Heizung, wie Sie sie kennen, also ohne Heizkörper an der Wand und schwerem Kessel im Keller. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich zum Beispiel in einem Passivhaus. Diese Häuser sind mit einer Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung ausgestattet. Und diese Anlage kann außerdem die Raumluft regulieren. Das erledigt die Wärmerückgewinnung, sozusagen eine Wärmepumpe. Die gemessene Temperatur im Haus beträgt laut Celsius 20 Grad. Sie fühlen sich wohl. Der Grund: Die Temperatur der Wandoberflächen in einem Passivhaus erreicht nahezu Raumluftniveau, denn die Wände dieser Häuser sollen Wärme nicht speichern. Sie sollen sie vereinfacht ausgedrückt reflektieren. Es entsteht also keine Thermik, die schließlich zu Zugerscheinungen führt.
- Gleiche Temperatur aber ein anderes Haus, ein Altbau, massiv, Stein auf Stein. Das Problem: Sie fühlen sich nicht wohl, und das bei 20 Grad. Der Grund: Die Oberflächentemperatur von Wänden und Fenstern in Altbauten liegt regelmäßig unter dem Raumluftniveau. Es kommt zu Zugerscheinungen. Schalten Sie nun die Heizung ein, die herkömmliche mit Heizkörpern unter den Fenstern, entsteht die besagte Thermik. 20 Grad fühlen sich wie 18 und weniger an. Darum müssen Sie die Heizung höher drehen, die Raumluft deutlich stärker erwärmen und den Energieverbrauch so unnötig ankurbeln.
3. Fazit
Wenn wir uns in unseren Häusern wohlfühlen und dabei Wärmeenergie einsparen wollen, sollten wir möglichst dichte und gut gedämmte Häuser bauen, die außerdem besser keine Heizung im herkömmlichen Sinne mehr benötigen. Das sagt uns zumindest unser Wärmeempfinden. Und in diesem Fall lügt es mal nicht.
Anmerkung: Der Temperaturunterschied von einem Kelvin entspricht exakt dem von einem Grad Celsius. Lord Kelvin hat lediglich den absoluten Nullpunkt verschoben.
Weitere nützliche Ratgeber:
- Die Energieeinsparverordnung: eine Begriffserklärung, Teil 1
- Die Energieeinsparverordnung: eine Begriffserklärung, Teil 2
- Die Energieeinsparverordnung: eine Begriffserklärung, Teil 3
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