Passivhäuser kann man selber bauen
Ein Passivhaus ist eine komplizierte Sache und teuer. Das stimmt nicht ganz. Es setzt nur den Klima- und Umweltschutzgedanken konsequent um und gibt auf Jahre den Stand der Technik vor. Ein Passivhaus wird also auch in zehn Jahren noch „aktuell“ sein. Schön für Bauherren, die selber Hand anlegen: Für Passivhäuser gibt es Selbstbausysteme.
Passivhaus – eine Philosophie
Was ist ein Passivhaus? Kurz gesagt, ein Gebäude mit einem maximalen Heizwärmeenergiebedarf von 15 kW/h pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche und Jahr. In Öl und Gas umgerechnet sind das pro Jahr 1,5 Liter Öl oder 1,5 Kubikmeter Gas auf den Quadratmeter. Aber: Ein Passivhaus hat keine Heizung im herkömmlichen Sinne. Es nutzt für die Raumluft- und Brauchwassererwärmung multiple Quellen, wie die Sonne, den Menschen selber, Abluft von Geräten und so weiter, und das alleine durch seine Bauweise, Ausrichtung und Verarbeitung.
Einige Merkmale eines Passivhauses:
- Absolut dichte und supergedämmte Gebäudehülle
- Aufdachdämmung
- Supergedämmte Boden- bzw. Grundplatte
- Geschlossener Kubus
- Große Fensterflächen nach Süden und Westen, kleinere nach Norden und Osten
- Sorgfältigste Bauausführung
Passivhäuser unterliegen einer Reihe von Vorurteilen, die in der Regel aus der Luft gegriffen sind. Aber sie zeigen: Ein Passivhaus ist eine Philosophie. Beispiel: Das Vorurteil: Die Fenster eines Passivhauses darf man nicht öffnen. Richtig: Fenster und Türen eines Passivhauses müssen nicht geöffnet werden. Für frische Luft sorgt das Herzstück des Hauses, die Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung. Wer die Fenster öffnen will, mag dies tun. Einzig das Gefüge aus Bauweise und Technik muss anschließend mehr arbeiten.
Ein Passivhaus kann man selber bauen
Ein Passivhaus ist ein technisch ausgereiftes und bis in das letzte Detail durchdachtes Gebäude, bei dem es auf die Qualität des Materials und auf eine exakte Arbeitsausführung ankommt. Schließlich muss es nach dem Bau ohne Heizung auskommen … Für Selbstbauherren unmöglich zu realisieren? Falsch. Es gibt inzwischen Bausysteme, die es auch Laien ermöglichen, ihr eigenes Passivhaus unter Anleitung zu errichten.
Schalungselemente
Nach dem Nut- und Federprinzip werden Schalungselemente aus speziellem Material aufeinander gesteckt, versteift und anschließend Geschossweise mit Spezialbeton verfüllt. Die Schalungselemente dienen dabei zugleich als Innen- und Außendämmung. Abhängig von der Stärke des jeweiligen Elements, erreichen diese Häuser die geforderten Werte eines Passivhauses spielend. Das Passivhausinstitut in Darmstadt hat die Elemente untersucht und zertifiziert.
Der Vorteil eines Selbstbausystems:
- Natürlich sind Passivhäuser teurer als herkömmlich errichtete Gebäude. Mit einem Selbstbausystem kann der Bauherr die Kosten aber exzellent kontrollieren und deutlich senken.
- Die Schalungselemente funktionieren als Dämmung. Das heißt: Der Bauherr erledigt mehrere Arbeitsschritte in einem. Auch das bedeutet Kostensenkung.
Lesen Sie zum Thema Passivhaus auch unseren Ratgeber „Passivhäuser und ihre Vorurteile“.
Weitere Ratgeber:
- Leitfaden Bauen, Teil 1
- Leitfaden Bauen, Teil 2
- Leitfaden Bauen, Teil 3
- Leitfaden Bauen, Teil 4
- Leitfaden Bauen, Teil 5
- Passivhäuser und ihre Vorurteile
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