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Energie: Warmes Wasser mit der Kraft der Sonne

Geschrieben von Phil Freitag, 1 Mai 2009 Ihre Lesermeinung

Jedes Jahr strahlt die Sonne eine Energiemenge von 1000 Kilowatt auf jeden Quadratmeter in Deutschland. Rechnet man dieses Energiepotential um, entspricht es etwa 100 Litern Heizöl oder 100 Kubikmetern Erdgas – eine gewaltige Menge, die wir noch viel zu oft ungenutzt lassen. Ein erster und finanziell günstiger Schritt ist die Einrichtung oder das Nachrüsten einer Solaranlage zur Warmwassererwärmung durch die Energie der Sonne.

Der Energiebedarf der ganzen Welt könnte rein rechnerisch mit Solaranlagen auf einer Fläche von 700 mal 700 Kilometern in der Sahara abgedeckt werden. Nun sind wir hier nicht in Afrika, aber Experten zufolge lohnt sich der Einsatz von Solartechnik auch überall in Deutschland, weil die Sonnenstrahlung intensiv genug ist.
Thermische Solaranlagen sind mittlerweile technisch ausgereift. Sie haben eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren. Der Einsatz von Öl oder Gas kann bei Verwendung einer Solaranlage zur Wassererwärmung deutlich reduziert werden. Größere Anlagen können auch Heizkörper mit Warmwasser versorgen.
Die Solaranlage wird unterstützend eingesetzt. Das heißt: Im Sommer kann sie den gesamten Warmwasserbedarf in der Regel allein decken, im Winter springt die herkömmliche Heizanlage ein – niemand muss eine kalte Dusche fürchten. Im Jahresdurchschnitt stellt die Anlage rund 60 Prozent der Energie zur Wassererwärmung bereit. Die Größe der Anlage richtet sich nach dem Warmwasserbedarf des Haushalts – pro Person rechnet man in der Regel eine Fläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern.

Unser Tipp:
Achten Sie darauf, dass Geräte wie Geschirrspüler und Waschmaschine einen separaten Anschluss für Warmwasser haben. Denn dann können sie problemlos an den solaren Wasserkreislauf angeschlossen werden.

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Foto: pink_dispatcher

Funktionsweise einer Solaranlage

An jeder thermischen Solaranlage ist ein Wasserspeicher angeschlossen.

Das wichtigste Bauteil einer Solaranlage zur Erwärmung von Wasser ist der Kollektor. Am verbreitetsten sind Flachkollektoren. Sie bestehen aus einem beschichteten Absorber, der die Sonnenstrahlung aufnimmt und in Wärme umwandelt. Absorber sind überwiegend schwarz, weil schwarze Oberflächen viel Strahlung aufnehmen und nur wenig wieder reflektieren. Um Wärmeverluste zu verhindern, befindet sich der Absorber in einem wärmegedämmten Kasten. An jeder thermischen Solaranlage ist außerdem ein Wasserspeicher angeschlossen. Er sollte etwa 80 bis 100 Liter Wasser pro Person fassen – das entspricht dem Verbrauch von zwei Tagen.
Sobald die Temperatur am Kollektor höher ist als die im Wasserspeicher, schaltet sich eine Umwälzpumpe ein. Sie transportiert eine Wärmeträgerflüssigkeit, die Wärme vom Kollektor in den Speicher leitet. Meistens handelt es sich bei der Flüssigkeit um Wasser mit Frostschutzmittel. Die Verbindung zwischen Kollektor und Wasserspeicher sollte möglichst kurz gewählt werden.

Es ist sinnvoll, Solaranlagen auf Dächern anzubringen, die nach Süden ausgerichtet sind. Allerdings werden auch Abweichungen bis 30 Grad nach Osten und Westen hingenommen, weil sich die Verluste dabei noch in Grenzen halten.

Kosten für Solaranlagen

Oft heißt es, Solaranlagen seien unwirtschaftlich. Doch wer fragt eigentlich, wie wirtschaftlich der alte Heizkessel aus den 70er Jahren ist? Sicher, anfangs muss ein wenig mehr Geld investiert werden – doch aufgrund der großen Einsparungen an Energie amortisieren sich die Anlagen vergleichsweise schnell. Dabei ist noch nicht einmal eingerechnet, dass die Preise für fossile Energieträger weiter steigen, weil die Vorräte zur Neige gehen. Wer erneuerbare Energien wie die Solarkraft nutzt, kann außerdem mit einer Förderung durch den Staat rechnen. Hinzu kommt, dass die Anlagen aufgrund größerer Stückzahlen in den letzten Jahren günstiger geworden sind. So liegen die Preise teilweise 40 Prozent niedriger als noch Mitte der 90er Jahre.

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