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Energie sparen ist Pflicht - 6 Tipps zur EU-Richtlinie

Geschrieben von Phil Montag, 15 Juni 2009 Ihre Lesermeinung

Jeder muss Energie sparen. Das betrifft nicht nur das tägliche Leben, sondern ganz besonders den Bau eines neuen Hauses oder die Sanierung einer Bestandsimmobilie. Staat und EU haben das Einsparen von Energie und die Senkung des CO2-Ausstoßes zur ersten Bürgerpflicht erklärt. Eine Neufassung der entsprechenden EU-Richtlinie gibt das Null-Energie-Haus als Ziel für 2019 aus. Hier lesen Sie mehr zu diesem Thema.

Null Energie – geht das?

Energie sparen ist Pflicht. Ob im täglichen Leben oder beim Bau eines neuen Hauses. Staat und EU schauen genau hin und geben das „Null-Energie-Haus“ als Ziel für 2019 aus. Geht das? Im Prinzip ja, aber: Der Begriff „Null-Energie-Haus“ ist irreführend. Denn ganz ohne Energie kommt ein Haus auch im Jahre 2019 nicht aus. Dann dürfte es für die Aufbereitung des Warmwassers und für die Beheizung und/oder Be- und Entlüftung der Räume zum Beispiel keine Energie verwenden. In der Neufassung der entsprechenden Richtlinie – übrigens bereits in erster Lesung beschlossen - bringt es die EU aber auf den Punkt: Neue Häuser sollen die Energie, die sie verbrauchen, selber erzeugen, zum Beispiel mit einer Solaranlage, sprich Photovoltaikanlage, oder einer Wärmepumpe. Diese Definition beschreibt ein Haus, das losgelöst vom öffentlichen Energienetz funktionieren könnte, also ein Energieautarkes Haus.

energie sparen

Photo: iStockphoto.com/morganl

Energie sparen durch Energieeffizientes Bauen

Damit die Häuser der Zukunft die Vorgaben der EU erreichen können, sollten sie energieeffizient gebaut sein. Das heißt: Die Bauherren müssen Energieeinsparmöglichkeiten ausschöpfen und die Nutzung aller natürlichen Energieressourcen einplanen:

  • Dichte und supergedämmte Gebäudehülle mit Wänden, die einen U-Wert von 0,1 haben.

    Der U-Wert beschreibt die Menge an Wärmeenergie, die durch einen Baustoff ungenutzt entweichten kann.

  • Gedämmte Boden-/Grundplatte.

    Alternativ muss die Kellerdecke gedämmt werden, um einen geschlossenen Baukörper (Kubus) zu erhalten. Wichtig: Auch über das Erdreich entweicht Wärmeenergie.

  • Ausrichtung nach Süden und Westen.

    Die Sonne ist ein natürlicher Wärmespender. Diese Energie kann ein exzellent gedämmtes Haus hervorragend nutzen, indem es sich mit größeren Fensterflächen nach Süden und Westen hin öffnet.

  • Fenster mit Passivhausstandard, U-Wert von 0,5 bis 0,8.

    Bei den Fenstern kommt es nicht nur auf die Scheiben an. Auch der Rahmen muss speziell gedämmt sein. Beim Einbau müssen die Handwerker sehr genau arbeiten, um an den Stößen keine Kältebrücken, sprich winzige Fugen, entstehen zu lassen. Fenster mit Passivhaus-standard sind in der Regel entsprechend zertifiziert.

  • Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung.

    Diese Technik ist in Passivhäusern Pflicht. Die Anlage nutzt unter anderem die Wärmeenergie aus der Abluft zur Raumluft- und Wassererwärmung. Die Zuleitung für Frischluft sollte durch das Erdreich (Vorerwärmung) und unter der Boden-/Grundplatte herangeführt werden, damit die Gebäudehülle nicht unnötig unterbrochen wird. Das gilt übrigens für alle Medien, die an der Haus heran oder vom Haus abgeleitet werden. (Frischwasser, Abwasser, Telefon, etc.)

  • Zentraler Raum für Haustechnik.

    Von einem zentralen Technikraum lassen sich alle übrigen Zimmer des Hauses auf kürzestem Wege versorgen. Das vermeidet zum Beispiel Wärmeverluste etc.

Unser Fazit: Es gibt bereits heute Häuser, die dem Standard von morgen nahezu gerecht werden: Passivhäuser. Im Klartext heißt das: Wer sich der Philosophie dieser Häuser entzieht, baut ein minderwertes Haus. Zwar soll die Regelung ausschließlich für Neubauten gelten. Die Bundesregierung plant aber schon für 2012 strengere Energiespar-Richtlinien für alle Häuser.

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