Laminat kann Schadstoffe ausdünsten
Ein schöner Boden verleiht jedem Raum ein ganz besonderes Flair. Laminat gehört zu so einem schönen Boden. Aber: Wussten Sie, dass Laminat unter Umständen Schadstoffe ausdünsten kann? Schuld ist die Materialkombination. Lesen Sie hier mehr dazu.
Schön und fast, wie ein echter Holzfußboden
Eine Wohnung ohne Laminat – in der heutigen Zeit fast schon eine Ausnahme. Laminat ist flexibel einsetzbar, gibt es in den verschiedensten Härtegraden und in nahezu jedem erdenkbaren Dekor. Laminat ist pflegeleicht und antiallergen … Stopp! Pflegeleicht ja, antiallergen nicht ganz. Richtig wäre: Staub, Pollen und Sporen haben bei fugenfrei verlegtem Laminat keine Chance. Aber: Laminat kann durchaus Schadstoffe ausdünsten. Und die rufen im schlimmsten Fall Krankheitsbilder beim Menschen hervor.
So ist Laminat aufgebaut.
Laminat ist ein Holzwerkstoff, weil es zu einem Großteil aus sehr feinen Holzspänen besteht. Die werden verpresst und in der Regel mit einem Kunststofffurnier beschichtet, das berühmte Holzimitat. Dabei können mehrere Schichten Trägerpapier, Dekopapier und Zellulose-Schutzfilm zum Einsatz kommen. Sie werden mit Melaminharz verpresst und auf einen Träger geleimt. Alternativ können sie auch direkt als Melaminbeschichtung auf den Träger aufgebracht werden. Melaminharze sind dabei vollkommen unbedenklich. Sie dünsten nicht aus und haben auch sonst keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Das aber gilt für das Kunststofffurnier nicht.

Photo: iStockphoto.com/Viorika
Anhydrid-Husten
Kunststofffurniere finden sich auf einer ganzen Reihe von Möbelstücken. Die Illusion, echtes Holz vor sich zu sehen, ist nahezu perfekt. Doch diese Kunsstofffurniere haben es manchmal in sich. Sie können mit der Zeit Phthalsäureanhydrid ausdünsten. Das ist ein Anfangsprodukt der Kunststoffherstellung. Beim Menschen kann dieses Säure den sogenannten „Anhydrid-Husten“ auslösen, ein trockener Husten, der sich mit zeitlicher Verzögerung bemerkbar macht.
Formaldehyd im Laminat?
Ein Blick auf die Unterseite des Laminats lohnt sich
Ja, auch das ist möglich, und durchaus auch mehr, als gesetzlich erlaubt. Es versteckt sich gerne im Bindemittel, das sich in der Schicht Pressspan oder Leimholz auf der Unterseite des Laminats befindet oder mit dem Pressspan oder Leimholz befestigt sind. Ein Blick auf die Unterseite des Laminats lohnt sich also durchaus. Denn gutes Laminat kommt ohne diese Schicht und damit ohne Formaldehyd aus. Denn dieser Stoff gilt als potentieller Krebserreger. Er kann über viele Jahre ausdünsten. Seit 1989 regelt eine Verordnung die maximale Menge an Formaldehyd, die in Bauteilen, Möbelstücken und Böden versteckt sein darf. Doch diese Verordnung sagt nichts über die maximale Belastung des Wohnräume aus. Denn nicht nur im Laminat kann sich Formaldehyd verstecken.
Unser Fazit:
Laminat ist und bleibt eine gute Alternative zum Parkett, wenn Sie auf Qualität achten. Und: Nicht jeder Mensch reagiert auf die oben genannten Stoffe. Allergiker und chronisch kranke Menschen sollte allerdings genauer hinsehen, bevor sie ein Schnäppchen machen, das sich später als Gesundheitsfalle entpuppen kann.
Weitere Ratgeber:
- Laminat – günstige Alternative zum Parkett
- Parkett – gesund und heimwerkerfreundlich. (folgt)
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